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Zuletzt aktualisiert: 25.09.2009 um 14:42 UhrKommentare

Kärnten forciert "barrierefreien Tourismus"

Beeinträchtigte Menschen sollen in Kärnten künftig ohne Barrieren urlauben können. Umbauten für mehr Barrierefreiheit in den Betrieben sollen gefördert werden. Erste Fachtagung zum Thema am 8. Oktober.

Foto © AP/Symbolbild

Am 8. Oktober findet die erste Fachtagung zum Thema "Barrierefreiheit im Tourismus" in Kärnten mit Unterstützung der Landesräte Josef Martinz und Christian Ragger statt. Die Zielgruppe für den heimischen Tourismus sei enorm. Alleine in Österreich gibt es über 600.000 beeinträchtigte, aber reisewillige Menschen, so Tourismuslandesrat Martinz.

Aktuelle Zahlen belegen, dass in Europa rund 134 Millionen Menschen leben, die in irgendeiner Form behindert oder beeinträchtigt sind. "Sie wollen alle gerne auf Urlaub fahren. Zur Bewältigung alltäglicher Dinge müssen sie aber auch ein entsprechendes Angebot in unseren Tourismusbetrieben vorfinden", so Martinz. Daher soll eine neue KWF-Förderrichtlinie für den Tourismus geschaffen werden, um Umbauten für mehr Barrierefreiheit in den Betrieben zu forcieren und die Maßnahmen fördern zu können, heißt es in einer Aussendung des Landes am Freitag.

Den Menschen müsse das Tourismusland Kärnten zugänglich gemacht werden. In der Kärnten Werbung wurde bereits ein eigener Koordinator eingesetzt und im Land gebe es derzeit 40 geprüfte Hotels, so Martinz. Der Markt sei enorm und biete für Kärnten eine Chance aber auch eine Herausforderung. Ab 1. Jänner 2010 macht Kärnten einen Schritt Richtung barrierefreies Bauen: Die Wohnbaunovelle, wonach die Wohnbaugenossenschaften bereits ab dem zweiten Stock einen Lift zur Verfügung stellen müssen, werde demnächst verabschiedet. Ebenso gebe es für barrierefreies Bauen erhöhte Wohnbauförderungsdarlehen, bestätigt Soziallandesrat Ragger.

Weiters sei laut Ragger eine Steuerungsgruppe in der Abteilung 7 des Landes damit beschäftigt, Barrieren für beeinträchtigte und behinderte Menschen in Kärnten zu erfassen. So gebe es im Mölltal schon Wander- und Radwege, die von Menschen mit Behinderung benützt werden können. Reiseveranstalter würden sich bereits für entsprechende Angebote zu interessieren. Beeinträchtige Menschen werden immer mobiler. Der Aufholbedarf im Land sei enorm. Bei Unterkünften, in den Tourismusregionen aber auch bei den Transportmitteln und dem Informationsangebot, so Martinz abschließend.

Fachtagung

Am 8. Oktober treffen sich in Klagenfurt anlässlich der Fachtagung "Barrierefreiheit im Tourismus - Erfolgsmodell für die Zukunft" Experten aus Österreich, Südtirol und Deutschland, um ihr Fachwissen auszutauschen und sich auf den neusten Entwicklungsstand zu bringen. Bei dem Thema dreht es sich nicht ausschließlich um Menschen, die wegen einer Behinderung im Rollstuhl sitzen. Auch ältere Menschen, Familien mit Kleinkindern, Seh- oder Hörbehinderte suchen ihre Urlaubsziele nach bestimmten Kriterien aus. "Die Reiselust bei diesen Menschen ist genauso groß wie bei Menschen ohne Behinderung", sagte Organisator Georg Unterrainer. Regionen, die wie das fränkische Seenland in Deutschland auf Barrierefreiheit gesetzt hätten, könnten im Tourismus Wachstumszahlen im zweistelligen Bereich vorweisen, so Unterrainer.

Als eine Modellregion gilt auch Südtirol: "Dort kommt man barrierefrei auf einen Berg", erklärte Unterrainer. Österreich sei bei dem Thema im europäischen Vergleich eher am unteren Ende zu finden, als Vorreiter gelten Spanien und die angelsächsischen Länder. "Wenn man in barrierefreien Tourismus investiert, kommt es auch der eigenen Bevölkerung zu gute", meinte Unterrainer.


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