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Ulrichsberg-Absage: Kritik vom rechten Lager
Während Verteidigungsminister Norbert Darabos die Absage begrüßt, hagelt es Kritik vom rechten Lager in Kärnten. FPÖ-Chef Jannach ortet sogar "mediale Hinrichtung" von Obmann Ressenig.
Nach der Absage des umstrittenen Ulrichsbergtreffens am 20. September hagelt es am Donnerstag Kritik aus dem politisch rechten Lager in Kärnten. Der Landesparteiobmann des BZÖ, Uwe Scheuch, forderte, dass die Veranstaltung keinesfalls "am Altar des linken Gesinnungsterrors" geopfert werden dürfe. Der geschäftsführende FPÖ-Chef Harald Jannach ging sogar noch einen Schritt weiter und ortete eine mediale Hinrichtung des in Verruf geratenen geschäftsführenden Obmann der Ulrichsberggemeinschaft, Wolf-Dieter Ressenig.
Scheuch forderte in einer Aussendung, dass die Veranstaltung in die Hände von "parteiübergreifend anerkannten Persönlichkeiten" gelegt werden müsse, um die Durchführung weiter zu gewährleisten. "Eine Absage ist keine gute Lösung, weil ein Gedenken der eigenen Geschichte weiterhin erlaubt sein muss", so der BZÖ-Politiker.
Jannach bezeichnete Ressenig, der NS-Devotionalien im Internet angeboten haben soll, als "Bauernopfer", gegen ihn würde eine "menschenverachtende Hatz" geführt. Er sieht in der Absage "einen Sieg derer, denen dieses traditionelle Treffen an der Heimkehrer- und Europagedenkstätte schon seit vielen Jahren ein Dorn im Auge ist". Für SPÖ-Parteichef Rohr hat der Ulrichsberg eine Pause dringend nötig. "Diese sollte für eine komplette Neuorientierung genutzt werden", so Rohr.
Absage
Das für 20. September geplante umstrittene 50. Heimkehrertreffen am Ulrichsberg in Kärnten ist am Donnerstag abgesagt worden. Die Veranstaltung werde zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt, hieß in einer Aussendung der Ulrichsberggemeinschaft. Als Gründe wurden die Absage der Unterstützung des Bundesheeres, sowie "spürbare Turbulenzen" rund um die Feier ins Treffen geführt.
Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) hat die Absage des umstrittenen Heimkehrertreffen am Ulrichsberg begrüßt. Die Veranstaltung habe "seit jeher einen rechtsextremen Anstrich", so Darabos in einer Stellungnahme gegenüber der APA. Die jüngsten Vorfälle rund um den Obmann der Ulrichsberg-Gemeinschaft - dieser soll NS-Devotionalien im Internet angeboten haben - "haben ja die Hoffnung völlig zerschlagen, dass aus dieser Veranstaltung noch einmal eine echtes Mahnmal gegen Krieg und für Frieden werden könnte".
Anfang der Woche hatte Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) die Beteiligung des Bundesheeres am heurigen Ulrichsberg-Treffen definitiv abgesagt. Debatten um die Teilnahme und die organisatorische Unterstützung von Soldaten hatte es bereits in den vergangenen Jahren gegeben. Darabos entschloss sich zu dem Schritt, nachdem ruchbar geworden war, dass der Geschäftsführende Obmann der Ulrichsberggemeinschaft, Wolf Dieter Ressenig, NS-Devotionalien im Internet angeboten haben soll.
Am Dienstag erklärten dann der Präsident der Ulrichsberggemeinschaft, der ehemalige SPÖ-LHStv. Rudolf Gallob, sowie Obmann Peter Steinkellner (V) ihren Rücktritt. "Die klare Vorgangsweise der Abgrenzung zu Extremismus" sei gescheitert, begründete Steinkellner seinen und Gallobs Schritt. Zuvor hatte Landeshauptmann Gerhard Dörfler (B) seine Teilnahme mit der Begründung, das Treffen sei "politisch zu weit rechts" ausgeschlossen.
Die Gedenkstätte auf dem Ulrichsberg war über Initiative des damaligen Klagenfurter ÖVP-Vizebürgermeisters Blasius Scheucher errichtet und im Jahre 1959 eröffnet worden. Seit Jahrzehnten schwelen Debatten um das Treffen, da immer wieder Rechtsradikale und Ex-Nazis teilgenommen hatten.


















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