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Pflanzen aus fernen Ländern überwuchern Kärnten
Schlimmer als Unkraut! Immer mehr Neophyten wie Ambrosia und Riesenbärenklau sind in Kärnten eine Gefahr für Landwirtschaft und Gesundheit.

Foto © APADer Riesenbärenklau kann auf der Haut Rötungen und sogar Verbrennungen verursachen
Neophyten breiten sich aus. Damit sind Pflanzen gemeint, die in Kärnten nicht heimisch sind und sich ungebremst vermehren. Als Unkräuter sind sie nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für die Gesundheit eine Gefahr.
"Hierzulande können wir eine Zunahme Wärme liebender Unkräuter verstärkt beobachten", sagt Markus Tschischej, Pflanzenexperte in der Landwirtschaftskammer. Die Vermehrung von Unkräutern wie der Ambrosia, der Riesenbärenklaue, der Wilden Mohrenhirse oder der Samtpappel wird durch ein ideales Klima begünstigt. "Früher waren sie im Adria- und Mittelmeerraum heimisch", sagt Tschischej. "Aber durch Temperaturanstieg und geringen Niederschlag breiten sie sich bei uns aus."
Ein Problem besteht bei den Unkräutern wie dem giftigen Stechapfel - auch bekannt als Datura - darin, dass sie als Zierpflanzen in den Gärten kultiviert werden. Auch das drüsige Springkraut wird gerne zur Verschönerung der Landschaft verwendet.
Invasion
Eine Invasion kann Tschischej zurzeit bei dem Neophyt Ambrosia beobachten. "Ich habe noch nie eine so große Ansammlung von Ambrosia in Kärnten gesehen." In Villach sei ein ganzes Neubaugebiet übersät mit der Pflanze. "Von ihr geht große Gefahren aus", Tschischej. "Ursache sind die sehr kleinen Pollen, die tief in die Lungen eindringen." Denn das Unkraut gehört zu den stärksten Allergieauslösern der Pflanzenwelt. Heuschnupfen, Bindehautentzündungen und Asthma können die Folge sein. Bereits 35 Prozent der Allergiker reagieren auf Ambrosiapollen.
Features
Stechapfel: sehr giftig
Der Gemeine Stechapfel ist eine beliebte Zierpflanze. Allerdings ist der Stechapfel, der ursprünglich aus Mexiko stammt, giftig. Sie ist vor allem in Mais-, Kartoffel- und Zuckerrüben-Feldern problematisch.
Samtpappel: Problemfall
Die Samtpappel stammt aus China und wurde vermutlich durch verunreinigtes Saatgut und Tierfutter nach Europa gebracht. Sie ist ein gefürchtetes Problemunkraut, denn sie hat eine kontinuierliche und hohe Samenproduktion.
Springkraut: Bienenweide
Das drüsige Springkraut kann bis zu 2,5 Meter hoch werden. Als Frucht bildet sich eine Kapsel, die im Reifezustand bei Berührung aufspringt. Die Blütezeit ist Juni bis zum ersten Frost im Herbst. Ursprünglich nach Europa importiert wurde die Pflanze wegen ihrer Eignung als Bienenweide.
Bärenklau: Hautrötungen
Die "Herkulesstaude" war bereits im 19. Jahrhundert als Gartenpflanze beliebt und wurde bis vor Kurzem noch als Bienenpflanze ausgesät. Der bis zu vier Meter hohe Bärenklau stammt aus dem Kaukasus. Die fototoxischen Inhaltsstoffe können in Kombination mit UV-Strahlung zu Rötungen und Verbrennungen der Haut führen.
Erdmandelgras: gefährlich
In Österreich wurde Ende der 1980er-Jahre das Erdmandelgras erstmals in Kärnten zwischen Grafenstein und Thon entdeckt. Es wurde wahrscheinlich mit Baumaschinen aus Norditalien eingeführt. Innerhalb von drei Jahren hat es sich von einer Befallsstelle ausgehend auf über 80 Hektar ausgebreitet. Es wird zu den 20 "weltweit gefährlichsten Unkräutern" gezählt.
Mohrenhirse: aus Asien
Das Johnsongras (Wilde Mohrenhirse) kommt vermutlich aus Asien und Afrika. Seit 1972 tritt das Unkraut in Österreich auf. Aufrecht kann das Johnsongras zwei bis drei Meter hoch werden.
Ambrosia: Allergie-Auslöser
Eine einzige Ambrosia produziert bis zu einer Milliarde Pollen, die 200 Kilometer weit fliegen können. Die Pflanze stammt aus dem Nordosten Amerikas, ihre Samen können 40 Jahre lang im Boden keimfähig bleiben.


















