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Zuletzt aktualisiert: 18.08.2009 um 13:40 UhrKommentare

Wespenstiche lassen Kärntens Flugretter "ausschwärmen"

Sie retten Leben und befreien Menschen aus gefährlichen Situationen: die Teams der Rettungshubschrauber. Heuer macht sich vor allem die Wespenplage extrem bemerkbar.

Christophorus 11 im Einsatz

Foto © C 11Christophorus 11 im Einsatz

"Wespenstich mit heftiger allergischer Reaktion." Der Notruf geht in der Landesleitstelle des Roten Kreuzes in Klagenfurt ein. Sofort gibt der Dispatcher (Koordinator in der Leitstelle, Anm.) den Einsatzort in ein Computersystem ein, das zeigt, welches Transportmittel am schnellsten dort sein kann: Rettungswagen oder Hubschrauber.

"Durchschnittlich müssen wir jedes Jahr zu rund 1200 Einsätzen ausrücken", so C11-Stützpunktleiter Michael Umschaden auf Anfrage der Kleinen Zeitung DIGITAL. Die Landesleitstelle des Roten Kreuzes entscheidet, welches Rettungsmittel zu welchem Einsatz geschickt wird. Alle Rettungsnotrufe, die unter der Notrufnummer 144 eintreffen, gelangen zuerst dorthin. "Dann entscheidet ausschließlich der Zeitfaktor", so Umschaden.

Einsätze wegen Wespenstichen

Im Sommer werden die Öamtc-Flugretter vor allem zu Alpinunfällen und Motorradunfällen gerufen. Insgesamt hob der C11 heuer schon 800 Mal ab. Dieses Jahr macht sich aber auch die Wespenplage bemerkbar. "Es fällt auf, dass allergische Reaktionen auf Bienen- oder Wespenstiche deutlich zunehmen", so Umschaden. Früher gab es in diesem Bereich nur vereinzelt Fälle, zu denen die Flugretter ausrückten. Auch der Rettungshubschrauber RK1 verzeichnet mehr Einsätze aufgrund von Wespenstichen, wie die Pressesprecherin des Roten Kreuzes, Melanie Reiter, bestätigt. "Die Flugrettung rückt seit etwa einem Monat vier- bis fünfmal pro Woche wegen Wespenstichen aus." Auffallend sei, dass die allergischen Reaktionen immer heftiger werden. "Ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht, wir haben keine Erfahrungswerte, wie lange so eine Wespenplage dauert" so Reiter.

Generell habe die Flugrettung heuer mehr Einsätze zu verzeichnen, das sei aber auch in den anderen Bereichen des Roten Kreuzes zu beobachten. "Die Einsätze steigen jedes Jahr weiter an", erklärt Reiter. Der RK1 fliegt im Jahr durchschnittlich rund 800 Einsätze, der C11 hob allein heuer schon 800 Mal ab. "Das erklärt sich mit dem Einsatzgebiet der Flugrettung. Der C11 deckt den Klagenfurter Raum, also ein Großstadtgebiet, ab. Der RK1 ist in Fresach stationiert. In diesem Umkreis gibt es verhältnismäßig weniger Einsätze", so Reiter.

Einsatzkosten

Wie sieht es eigentlich mit den Einsatzkosten aus? Die trägt grundsätzlich der Sozialversicherungsträger. Wenn der Einsatz medizinisch notwendig war, fallen für den Patienten keine Kosten an. Nur bei Freizeit- und Sportunfällen in alpinem Gelände sind die Einsatzkosten vom Patienten selbst zu tragen. Hat der Patient eine Zusatzversicherung (z. B. bei Kreditkartenunternehmen, als Mitglied des Alpenvereins, der Naturfreunde, privater Unfallversicherungen etc.), kommt diese für die Kosten auf. In besonderen sozialen Härtefällen werden die Kosten des Hubschraubereinsatzes vom Betreiber übernommen.

EVA-MARIA WATSCHER, MARION TAMEGGER

Einsatz

Die Landesleitstelle des Roten Kreuzes alarmiert sofort nach einem eingegangenen Notruf das nächstgelegene Einsatzmittel (Rettungswagen oder Hubschrau-ber). Ein Computerprogramm gibt an, welches Transportmittel wie lange zum Einsatzort bräuchte (z. B. C11 4 Minuten, RK1 7 Minuten etc.).

C11

Nach der Alarmierung zu einem Notfalleinsatz erfolgt der Start des Hubschraubers innerhalb von drei Minuten. Durchschnittlich 13 Minuten nach Alarmierung landet der Notarzthubschrauber am Notfallort.

Quelle: www.oeamtc.at/christophorus

RK1

Der Rettungshubschrauber RK1 ist seit dem Frühjahr 2002 in Fresach stationiert. Von diesem Stützpunkt aus fliegt der RK 1 im Jahr durchschnittlich rund 700 Einsätze.

Quelle: www.k.roteskreuz.at

Einsatzradius C11

Grafik © ÖAMTC/C11

Grafik vergrößernGrafik © ÖAMTC/C11

RK-Stützpunkte

Grafik © www.airrescue.a

Grafik vergrößernGrafik © www.airrescue.a

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