Bezirks- und Gemeindesuche
Attacke auf Roma in Osttirol
Hetzjagd nach Sportfest auf fahrendes Volk, das im Iseltal in Wohnwägen nächtigte. Polizei musste anrücken und Begleitschutz bei Abfahrt geben.
Der Vorfall liegt mehr als eine Woche zurück, ist aber aktenkundig bei der Polizei in Lienz. Am Vorabend des 2. August hielten gut ein Dutzend Wohnwägen mit Roma französischer Abstammung in der Iseltaler Gemeinde Ainet an. Sie wollten dort die Nacht verbringen und stellten ihre Wägen in der Nähe des Sportplatzes ab. Mit dabei waren Frauen, Kinder und Männer.
Zur gleichen Zeit ging ein internes Fest mit musikalischer Begleitung eines örtlichen Vereines über die Bühne. Nach Mitternacht kam es laut eines Zeugen zur Eskalation. Mit Stangen bewaffnet trommelten junge Frauen und Männer wie wild an die Türen der Roma. Mit unschönen Worten wie "Zigeuner raus", "Euch G'sind'l brauch ma do niet" ließen die jungen Iseltaler wissen, was sie scheinbar vom fahrenden Volk hielten.
Griff zur Waffe
Einer der völlig verängstigten Roma soll sich sogar mit einer Waffe zur Wehr gesetzt haben. Die alarmierte Polizei in Lienz rückte an und versuchte, die aufgeheizte Stimmung zu beruhigen. Schließlich brachen die Roma noch zu nächtlicher Stunde freiwillig ihre Zelte ab und machten sich in Begleitung der Polizei zur Weiterfahrt in Richtung Lienz auf.
Oskar Monitzer, stellvertretender Bezirkspolizeichef, bestätigt den Vorfall in Ainet. "Ja es stimmt, wir wurden zu Hilfe gerufen, da es eine Auseinandersetzung gegeben hat und der Zuständige der Roma schließlich erklärte, da bleiben wir nicht mehr", sagte Monitzer. Die Nacht verbrachten diese am Bahnhofsareal Lienz, von wo die Roma am nächsten Morgen weiterreisten.
Den Vorfall hat auch die Menschenrechtsorganisation SOS-Mitmensch scharf verurteilt: "Die Täter müssen zur Verantwortung gezogen werden. Bei rassistisch motivierter Gewalt darf es kein Abwiegeln geben. Sonst finden wir uns womöglich bald in der selben Situation wie Italien und Ungarn wieder, wo die Gewalt gegen Roma regelmäßig eskaliert", hieß es in einer Aussendung am Mittwoch.


















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