Bezirks- und Gemeindesuche
Crash bei Finanzdienstleistern
Nach der Affäre bei AvW, der Sammelklage gegen AWD kommt nun auch der Finanzdienstleister E&S in Bedrängnis und legt die Wertpapierkonzession nieder.

Foto © AP (Symbolbild)
Ganz einig scheint man sich nicht zu sein. Christian Taucher, Pressesprecher von "Ertrag und Sicherheit" erklärt, man habe diesen Schritt bereits seit Monaten geplant. Helmut Egel, Vorstand von Jung, DMS & Cie. bittet um Rücksicht "das Ganze ging heute so schnell". Fest steht, dass die "Ertrag und Sicherheit Investmentfondsberatung" mit gestrigem Datum (10.8.2009) ihre Wertpapierdienstleister-Konzession zurücklegte. "Freiwillig", wie Alexandra Schneider, Sprecherin der Finanzmarktaufsicht anhängt. Laut offiziellem Wortlaut werden ab heute die Vertriebspartner von "Ertrag und Sicherheit" ihre Wertpapierdienstleistungen unter dem Haftungsdach der Jung, DMS & Cie erbringen. Man nennt es eine "strategische Partnerschaft".
"Vorausschauender Schritt"
"Für unsere 80.000 Kunden wird sich vorerst nichts ändern", bemüht sich Taucher um Beruhigung. Die Kunden würden ihre Berater behalten, und die Marke "Ertrag und Sicherheit" unter der pro Jahr 150 Millionen Euro investiert werden, wird auch nicht vom Markt verschwinden. Wozu dann überhaupt dieser Schritt, der die Fassade von "Österreichs erstem unabhängigen Finanzdienstleister" (Eigendefinition) heftig bröckeln lässt? "Für Banken schreibt der Gesetzgeber ein Eigenkapital von rund acht Prozent vor, Wertpapierdienstleister müssen weit mehr Rückstellungen halten, da stellt sich eben die Frage, ob man für diesen Bereich nicht einen Haftungsspezialisten wie Jung heranzieht." Dass das Unternehmen in der Boom-Phase zu schnell gewachsen sei und man jetzt Probleme mit der Eigenkapitalquote habe, bestreitet Taucher. "Das ist ein vorausschauender Schritt. Um am Markt bestehen zu können, wären enorme Investitionen, etwa in die EDV, nötig. Da können wir jetzt Synergien nutzen."
Dass man im geschäftlichen Umgang mit Finanzdienstleistern vorsichtig sein sollte, zeigte eben erst ein Test der Arbeiterkammer. Informationen zum Schutz der Kundengelder gab es bei "Ertrag und Sicherheit" keine und die Broschüre zum Wertpapieraufsichtsgesetz stammte aus dem Jahr 2007. Beworben wurden einzig die "exklusiven Fonds" die von "rennomierten Kapitalgesellschaften" für "E&S" verwaltet werden. In ihrem Fazit hatte die AK-Testerin den Eindruck, dass man sie als Mitarbeiterin gewinnen wolle.
Eine Erfahrung, von der in der starken Expansion von "E&S" in den Jahren 2004 und 2005, häufig berichtet wurde. "Seit eineinhalb Jahren bemühen wir uns darum, dass unsere Mitarbeiter zum gewerblichen Finanzdienstleister ausgebildet werden", sagt Taucher. Wie viele diese Ausbildung haben, konnte er nicht angeben.


















-Anzeigen

