Bezirks- und Gemeindesuche
"Kärntner in Not" half Frau: "Ich bin ein neuer Mensch"
Brigitte M. hat nicht nur endlich wieder Zähne - sie ist auch im Leben zurück.
Brigitte M. aus dem vorigen Frühjahr und Brigitte M. (Name geändert) heute - das sind zwei verschiedene Frauen. "Sie werden sie nicht wiedererkennen", bereitete uns der Zahnmediziner Sascha Virnik auf die frappierende Ver-Wandlung der jungen Frau vor, die darüber selbst am meisten staunt. "Ich war zuerst erschrocken, dann verblüfft. Ich erkannte mich selbst nicht, dachte: ,Ein neuer Mensch steht vor mir'", berichtet sie von ihrem ersten Blick in den Spiegel.
Kiefer-Totalsanierung. Die "neue" Brigitte M. ist gerade einmal ein paar Tage alt und hat dennoch kaum noch etwas gemein mit jener hoffnungslosen Frau, die ihr Gesicht schamvoll hinter einem Schal versteckte und sich als "alt" empfand, weil sie ohne Zähne war. Sie hatte sie einen nach dem anderen verloren, eine Prothese konnte sie wegen massiv zurückgebildeter Kieferknochen nicht tragen. Als wäre dieses Schicksal nicht hart genug, wurde sie auch noch vom Sozialsystem im Regen stehen gelassen. Statt ihr bei einer allein unfinanzierbaren Kiefer-Totalsanierung zu helfen, schickte man die damals 24-Jährige mit 1. Mai 2007 in die befristete Berufsunfähigkeitspension - unmenschlich und obendrein ein volkswirtschaftlicher Wahnsinn.
Großartige Soforthilfe. Die Kleine Zeitung-Hilfsaktion "Kärntner in Not" machte ihren Fall im Vorjahr publik und binnen einem Tag konnten die Mittel für die teure Kiefersanierung aufgebracht werden. 6000 Euro spendete die AvW-Gruppe AG, 2000 Euro der inzwischen verstorbene Landeshauptmann Jörg Haider, 1860 Euro eiste Direktor Alfred Wurzer aus dem Sozialfonds der Kärntner Gebietskrankenkasse bei, den Rest finanziert "Kärntner in Not".
Selbstbewusst. Ein Jahr lang dauerte die Behandlung durch die beiden LKH-Zahnärzte und Kieferchirurgen Christian Kotratschek und Sascha Virnik, die aufgrund bestimmter Gegebenheiten vor allem für Letzteren als Prothetiker eine "absolute Herausforderung" war. Brigitte M. steckte alle Schmerzen weg, immer das große Ziel vor Augen. Jetzt bereitet ihr zwar der Magen etwas Probleme, der nach mehreren Jahren flüssiger Nahrung sich wieder an feste Kost gewöhnen muss, sie blickt aber unbeirrbar nach vorn. "Ich habe gelernt, dass es sich lohnt, für etwas zu kämpfen", sagt Brigitte M. und will sich mit gleicher Zähigkeit mit Kursen wieder für das Berufsleben fit machen. Da spricht eine selbstbewusste Frau, die weiß: "Ich brauche mich nicht mehr zu verstecken."



















