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Junge Lehrer braucht das Land Fekter: "Das Schiff in sichere Gewässer bringen" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Kärnten Nächster Artikel Junge Lehrer braucht das Land Fekter: "Das Schiff in sichere Gewässer bringen"
Zuletzt aktualisiert: 02.05.2009 um 15:34 UhrKommentare

Maßlosigkeit ist eine Krankheit der Seele"

Katholiken und Globalisierungsgegner diskutieren die Folgen der Finanzkrise für die Menschen.

Am "Tag der Arbeitslosen" diagnostizierte Caritas-Präsident Franz Küberl bei einer Podiumsdiskussion im ORF-Theater Ursachen für die globale Krise: "Wir sind von einem hoch infektiösen Vertrauensverlust in die Finanzindustrie befallen!" Kurierbar sei das fehlende Vertrauen nur durch einen Umbau der Gesellschaft. Für soziale Sicherheit brauche es faire Löhne und eine bedarfsorientierte Mindestsicherung. Er hoffe auf die Zustimmung Kärntens als neuntem Bundesland, wenn die Maßnahme 2010 eingeführt werde.

Regulierung. Immerhin werden laut Prognosen bis zum Ende des Jahres noch weitere 50.000 bis 100.000 Arbeitsplätze zerstört. Diese Gefahr gelte es abzuwenden. Unter anderem durch eine demokratische und sozial gerechte Gestaltung der globalen Wirtschaft. Dafür setzte sich Christian Felber von Attac Österreich ein. Er sprach sich nebst Finanztransaktionssteuer und Schließung der Steueroasen auch für eine globale und europäische Finanzmarktaufsicht aus: "Ohne Regulierung kann man das Ganze mit einer zehnspurigen Autobahn vergleichen, die keine Verkehrsregeln, keine Stoppschilder und Bodenmarkierungen hat."

Von innen. Als eine "Krise von innen" bezeichnete Diözesanbischof Alois Schwarz die gegenwärtige Wirtschafts- und Finanzkrise. "Nicht die Wirtschaft ist krank, sondern die Menschen, die diese Wirtschaft gestalten", formulierte der Bischof bei der Diskussion. Zustimmend zitierte er einen Wüstenmönch, der Maßlosigkeit als "Krankheit der Seele" bezeichnete, die den Menschen niemals zur Ruhe kommen lasse. Aufhorchen ließ der Bischof auch mit einem skeptischen Blick zurück: Es müsse "entschieden in Abrede gestellt werden, dass vor der Krise alles gut und gesund war".

MARTINA KIRNSTÖTTER

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