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Zuletzt aktualisiert: 05.12.2008 um 10:21 Uhr

Jetzt geistert Flick durch die Gerüchteküche

Riesenaufregung um angeblichen Verbleib von Flicks Leichnam mit dem Sarg sowie die angeblichen Täter. Dubiose Auskünfte eines Ex-Häftlings aus Malaga lösten eine echte, aber erfolglose Polizeiaktion aus.

In letzter Zeit trudelte bei mehreren Boulevardblättern - darunter die deutsche Bild-Zeitung - ein verlockendes Angebot aus der spanischen Stadt Malaga ein: Ein Ex-Häftling aus Graz-Karlau sei bereit auszusagen, dass er im Gefängnis den detaillierten Plan zur "Entführung" des Flick-Leichnams geschmiedet habe. Zwei Slowenen und ein zweiter Österreicher seien mit von der Partie gewesen; man habe ein Lösegeld von 500.000 Euro erhofft. Der Informant sei aber vorher aus der Haft entlassen worden und nach Spanien gegangen. Seitdem er dort von dem Leichendiebstahl vor drei Wochen erfahren habe, wolle er sein Wissen verraten, praktischerweise nicht der Polizei, sondern lieber den Boulevardmedien. Doch denen war die Suppe zu dünn.

Warnung. Nicht allen! Eine Wiener Zeitung sprang darauf an, berichtete ausführlichst von einem Treffen mit dem Malaga-Mann, ließ sich die Namen der angeblichen Täter geben, das Versteck der Leiche beschreiben und hörte die Warnung, dass ein gewalttätiger Serbe den Lkw mit Flicks Sarg bewachen würde. Die Zeitung gab die Resultate ihrer Detektivarbeit an das Innenministerium weiter, was zu einer gewaltigen Polizeiaktion in der burgenländischen Gemeinde Eberau führte. Dort sollten - laut Informant - die sterblichen Überreste des Milliardärs Friedrich Karl Flick versteckt sein, der 2006 mit 79 Jahren gestorben war.

Cobra-Einsatz. Die Beschreibung des Informanten konnte nur auf die so genannten Zollhäuser in Eberau zutreffen, in deren unmittelbarer Nähe auch ein Wirtschaftsgebäude liegt, wo sich der Sarg gut verbergen lassen könnte. An dem Großeinsatz am Mittwochabend nahmen Beamte des Landeskriminalamtes Burgenland und örtlicher Polizeiinspektionen teil. Wegen des angeblich gewalttätigen Wächters wurde eine 15-köpfige Cobra-Gruppe angefordert. Die Einsatzkräfte trafen schließlich auf ein älteres Ehepaar, das offensichtlich mit der Entführung nichts zu tun hatte. Inzwischen wurden die angeblichen Mittäter aus Graz-Karlau verhört, die erstens nie in Karlau waren und zweitens nichts mit dem Fall Flick zu tun haben.

Kein Ergebnis. Dass der Wirbel zu keinem Ergebnis geführt hat, bestätigt auch Jörg-Andreas Lohr, Vertrauter und Berater der Flick-Familie, der von der Polizei laufend über die wesentlichen Details der Ermittlungen informiert wird: "Die Spur hat sich als nicht besonders heiß herausgestellt." Sein Vertrauen in die Polizei ist trotzdem ungebrochen: "Wir sehen ja, dass sie alles tut, was möglich ist." Die hat auch ohne Malaga-Männer genug zu tun. Hermann Klammer vom Landeskriminalamt: "Es gibt viele Hinweise, aber leider sind manche so vage, dass wir sie nicht prüfen können." Vermutlich wird in Kürze eine Belohnung ausgeschrieben - nicht für angebliche, sondern für sachdienliche Hinweise.

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