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Zuletzt aktualisiert: 08.11.2008 um 21:14 UhrKommentare

Altes Wissen und neue Talente entdecken

"Für die schönen Seiten des Lebens" nennt sich die neue Kreativworkshop-Serie des Kärntner Bildungswerks. Tarockkurs soll Initialzündung für neue Spielkultur sein.

Königliches Spiel. Tarockmeister Günther Körner mit den Lehrlingen Regina Rauch-Krainer, Michael Aichholzer und Klaus Filafer

Foto © Koscher Königliches Spiel. Tarockmeister Günther Körner mit den Lehrlingen Regina Rauch-Krainer, Michael Aichholzer und Klaus Filafer

Wer oder was sind Skis, Pagat und Mond? Zusammen sind sie ein Trull. Erraten? Es geht um das königliche Kartenspiel Tarock. Der Skis oder Sküs (von französich "excuse" - Entschuldigung) ist der höchste Tarock, sticht aber nicht und wird nicht gestochen. Ein spannendes, herausforderndes Kartenspiel mit 54 Karten und unterschiedlichen Varianten des Königrufens. Heute beherrschen nur mehr wenige Könner den Kartenspiel-Klassiker. Das Kärntner Bildungswerk möchte ihn wieder beleben und bietet in der Reihe "Für die schönen Seiten des Lebens" einen Kurs an.

Gehirntraining. "Man hat viele Spielzüge zur Auswahl, Tarock ist ein gutes Gehirntraining", erklärt Kursleiter Günther Körner. "Spielen hält jung", weiß er aus eigener Erfahrung. "Tarock ist das gehobenste der Kartenspiele, es gibt viele Unwägbarkeiten", meint Bildungswerk-Geschäftsführer Michael Aichholzer, der weiß, wie einst die klassische Tarockrunde aussah: Pfarrer, Bürgermeister, Oberlehrer und Gendarm. "Das Spiel ist ein wichtiger Teil der zwischenmenschlichen Kommunikation", bricht Bildungswerk-Obmann Klaus Fillafer eine Lanze für den "Homo ludens", den spielenden Menschen.

Holz richtig behandeln. Wussten Sie, dass man ein schönes, altes Möbelstück mit Schellack-Politur auf keinen Fall mit einem Mikrofaser-Tuch abstauben darf? Dann wird es nämlich matt. Und bei Gold-Oberflächen ist das Gold weg! Zum Pflegen nehme man am besten Rehleder, empfiehlt Restaurator Werner Campidell. Er verrät in einem Bildungswerk-Workshop, wie man historische Holzoberflächen richtig behandelt und restauriert. Man kann sogar sein eigenes Möbelstück vor Ort behandeln.

Natur-Kosmetik. Um Pflege geht es auch bei "Weihnachtsgeschenken für die Körperkultur". Dafür muss man kein altes Material mitbringen. Aus biologischen Ölen, heimischen Kräutern und Heilerde werden Badekugeln, Seifen und Cremen hergestellt, die man mitnehmen kann. "Da ist kein Paraffin, also kein Erdöl drinnen", betont Heilpflanzenberaterin Heidi Tisch und verrät, dass Kaffee-Seife jeden Fischgeruch beseitigt.

Bunte Palette. Die Palette der Kreativworkshop-Serie des Bildungswerks ist breit. So kann man mit Anita Kirchbaumer der Acrylmalerei frönen oder sich in einem Wochenendseminar intensiv der Ikonenmalerei widmen. Gemeinsam mit der bulgarischen Kunsthistorikern Silva Bozinova-Deskoska kann man mit Holz, Pinsel und Gold sein eigenes "Fenster der Ewigkeit" gestalten.

Entschleunigung. "In Zeiten der Beschleunigung und Anonymität geht es bei der Workshop-Serie um Entschleunigung, um Rückbesinnung auf seine Fähigkeiten, um Auffinden und Ausbau seines Talentepotentials", erklärt Regina Rauch-Krainer, beim Bildungswerk für Angebotsentwicklung zuständig. Wie aktuell altes Wissen ist, zeigt der Workshop "Pendeln". So kann man austesten, welche Nahrungsmittel man nicht verträgt. "Ich kann mit dem Bauchgefühl feststellen, ob mir etwas gut tut", weiß Naturheiltherapeut Peter Bauer. "Pendeln ist nichts anderes als Kontaktaufnahme mit dem Unbewussten". Man müsse nur die richtige Fragestellung erlernen. In die Weinkunde führt Sommelière Ingrid Bachler ein, Cocktails mixt der Sauwirt und Anna Orsini-Rosenberg zeigt, wie man mit Hosenknöpfen Schmuck verfertigen kann. Das bunte Programm soll schön und nützlich sein, sagt Bildungsreferentin Christine Pleschberger. "Wir wollen im Lifestyle-Trend liegen, aber auf Tradition nicht vergessen."

ELKE FERTSCHEY

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Kreativ-Termine 2008

Tarockieren. 13. und 14. 11. Haus der Volkskultur, Klagenfurt.
Schmuckdesign. 14. 11. Schloss Damtschach, Wernberg.
Möbelkunde/Restauration. 28. und 29. 11. Campidell, Feistritz/Drau.
Ikonenmalerei. 21. bis 23. November, Haus der Volkskultur.
Kräuterkunde. 15. 11. Klagenfurt.
Acrylmalerei. 15.11. Kelag Schaukraftwerk Forstsee, Saag.
Cocktails mixen. 21. 11. Steindorf.
Seifensieden. 29. 11. Klagenfurt.
Weinkultur. 29. 11. Althofen. Pendeln. 12. 12. Klagenfurt.

Anmeldung: (0463) 536 - 40 573.

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