Bezirks- und Gemeindesuche
Post will mehr Werbung unter das Volk bringen
Weil sie mit Postwurfsendungen mehr Geld machen will, versucht die Post in Kärnten, ihren Kunden diese Art von Werbung schmackhaft zu machen - teilweise mit raffinierten Tricks.

Foto © APA/Hans Klaus Techt (Symbolbild)
Die Post bringt allen was - und würde gerne noch viel mehr bringen. Prospekte und Kataloge, Flugblätter und Postwurfsendungen, also alles, was Geld bringt. Viele Briefkastenbesitzer waren früher von der Papierflut so genervt, dass sie "Werbesendungsverzichte" an ihre Kästen klebten.
Kampagne. Jetzt haben Post und Fachverband der Werbemittelverteiler eine österreichweite Kampagne gestartet, um die Postwurf-Verweigerer umzustimmen. Die Argumente sind originell: "Viele Kunden sind sich der Tragweite ihres Verzichts nicht bewusst", erklärt Kärntens Post-Pressesprecher Andreas Pachler, "und dann beschweren sie sich, dass sie den Hofer-Katalog nicht bekommen. Daher sollten sie all diese Sendungen entgegennehmen, denn wegwerfen können sie das ja immer noch."
Beschwerdepotenzial verringern. Mit der Werbeaktion wolle man dieses Beschwerdepotenzial verringern. Außerdem mache die Zustellung solcher Sendungen einen gewissen Teil der Post-Einnahmen aus. Wie groß der ist, konnte Pachler nicht sagen. Unklar ist auch, wie viele Kunden sich vom Nutzen der Postwurfsendungen überzeugen lassen: "Die Kampagne rennt ja noch nicht so lange."
Kleingedrucktes. Der vierseitige postgelbe Folder wirkt wie eine offizielle Postinformation und ist adressiert "an den Bewohner" des jeweiligen Gebäudes. Die Antwortkarte hat es in sich: Wer seinen Namen einträgt und unterschreibt, nimmt an einem Reise-Preisausschreiben teil und ermächtigt die Post, das Werbestopp-Pickerl vom Briefkasten zu entfernen oder mit dem "Bestens informiert"-Zettel der Post zu überkleben. Im Kleingedruckten erklärt man sein Einverständnis, dass die eigenen Adressendaten für Marketingzwecke an Dritte weitergegeben werden dürfen.
Raffiniertes Argument. Besonders raffiniert ist das Argument, warum man seinen Namen hinschreiben sollte: Um persönlich adressierte Flugblätter zu erhalten! Nur: Was soll ein "persönlich adressiertes Flugblatt" sein? Und: Was so beschriftet ist, wird ohnehin zugestellt.
Des Pudels Kern: So bringen die Werbemittelverteiler ihr Adressenverzeichnis auf den neuesten Stand.


















