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Zuletzt aktualisiert: 20.01.2012 um 09:37 UhrKommentare

Der neue Umgang mit der Energie

Der Energieverbrauch stieg zuletzt wieder kräftig an. Energieeffizienter zu leben, ginge oft ohne großen Aufwand. Die größten Potenziale liegen beim Heizen und in der Mobilität.

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Der Energiesektor befindet sich im Umbruch. Es sind die Themen Energiesparen und Energieeffizienz, die zunehmend unseren Alltag bestimmen. "Tatsächlich beginnt die Wende bereits bei der Senkung des Verbrauchs", sagt Oswin Kois, Vorstand der Energie Steiermark. "Steirischen Ökoprojekten wird, vom Energiesparen über die Wasserkraft bis zur Fotovoltaik, der absolute Vorrang eingeräumt. Hier wollen wir österreichweit eine Vorreiterrolle einnehmen."

Zu tun gibt es diesbezüglich eine Menge. So ortet Wolfgang Jilek, Energiebeauftragter des Landes Steiermark, bundesweit beträchtliches Verbesserungspotenzial: "Wir brauchen derzeit mehr Energie, als eigentlich notwendig ist." Bereits 2007 haben die Staats- und Regierungschefs in der EU-Energieeffizienzrichtlinie beschlossen, den Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent zu senken. Nach aktuellen Schätzungen der Kommission wird das Ziel aber nur zur Hälfte erreicht werden. An der fehlenden Technologie liegt es laut Jilek nicht: "Es gibt eigentlich jede Technologie, um Energie zu sparen. Doch die Menschen nutzen die Möglichkeiten nicht zum Sparen, sondern um ihren Komfort zu steigern."

Energiefresser Luxus

"Die Steirer brauchen heute 30 Prozent mehr Strom als vor 20 Jahren", ergänzt Kois. "Ich finde, es ist höchste Zeit, dass wir unseren Energieverbrauch senken." In vielen Haushalten gibt es teils schon drei bis vier Fernseher, bei Autos geht es oftmals rein um die Anzahl der PS. "Wollen wir den Energieverbrauch senken, müssen wir uns von manchen Gewohnheiten lösen", sagt Kois.

Relativ einfach geht das laut Jilek beim Thema Heizen: "Die Heizungen im Land sind meist überdimensioniert. Außerdem scheint es immer noch Usus zu sein, dass der Installateur eine Ölheizung empfiehlt, obwohl etwa Solaranlagen energieeffizienter sind." Unterstützung gibt es dabei vom Land Steiermark, das neben Energieberatungen auch eine Thermografie-Aktion anbietet, bei der Fachleute mittels Wärmebildkamera Energieverluste bei Gebäuden feststellen. "Am besten ist, wenn der Thermograf um zwei Uhr morgens bei minus 15 Grad ausrückt. Dann kann er eine nahezu perfekte Analyse machen", sagt Jilek. Die Energie Steiermark fördert indes die Effizienz elektrischer Haushaltsgeräte und schreibt als Zuckerl für den Austausch alter Stromfresser 30 Euro auf die Stromrechnung gut.

Dass die Effizienz dennoch zu langsam steigt, liegt laut Stefan Schleicher, Energie-Experte der Karl-Franzens-Universität Graz, auch an der Politik: "Es ist keine politisch koordinierte Energiestrategie zu erkennen. Beschlüsse fehlen und manche Länder haben sich von diesem Thema distanziert", übt er Kritik. "Es ist nun einmal leider so, dass einige Energieverkäufer mehr Macht haben als solche Unternehmen, die Energie produktiver machen." Jilek schlägt in die gleiche Kerbe: "Die richtigen Gesetze fehlen, somit kann man der Politik zumindest eine Teilschuld am Zustand attestieren."

Energiebewusstsein steigt

Trotz allem sieht Jilek die Zukunft positiv: "Das Energiebewusstsein der Menschen wird besser. Das liegt vielleicht auch daran, dass wir pro Jahr etwa 12.000 Energieberatungen in der Steiermark durchführen." Zudem läuft erneuerbare Energie immer erfolgreicher: "Biomasse und Solarenergie erleben derzeit einen regelrechten Boom."

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Effiziente Tipps

    • Energie fotografieren: Eine Wärmebildkamera zeigt in der kalten Jahreszeit, wo Energie verschenkt wird. Die Außentemperatur sollte bei Benützung nicht über null Grad liegen.
    • Sinnvolle Erleuchtung: Innovative LED-Lampen leuchten mit 90 Prozent weniger Strom gleich hell wie eine Glühbirne. Selbst Halogenlampen sind effizienter und leuchten länger.
    • Geräte ausschalten: Der Stand-by-Betrieb von E-Geräten kann Kosten von mehr als 70 Euro pro Jahr verursachen. Die einfachste Lösung: Steckerleisten mit Ein/Aus-Schalttaste.
    • Temperaturvorteile: Während es im Badezimmer 24 Grad haben sollte, reichen für das Schlafzimmer 16 bis 18 Grad. Heizkörperentlüften kann bis zu 15 Prozent Energie sparen.
    • Sparen beim Fahren: Nach dem Starten des Motors gleich losfahren. Ein kalt laufender Motor stößt hohe Schadstoffmengen aus. Bei maximal 2500 Umdrehungen schalten.
    • Kühlen mit Köpfchen: Die Temperatur im Kühlschrank sollte bei fünf bis sieben Grad liegen, im Gefriergerät bei minus 18 Grad. Jedes Grad weniger braucht sechs Prozent mehr Strom.

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