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Zuletzt aktualisiert: 21.01.2011 um 15:28 UhrKommentare

Österreichs Tops und Flops in der Gruppenphase

Österreichs Traum von der Endrunden-Teilnahme bei der Handball-WM in Schweden ist geplatzt. Trotzdem gab es bislang schon einige Highlights bei den ÖHB-Herren - positive wie negative.

Foto © GEPA

Tops:

Österreich ist (phasenweise) Weltklasse:
Österreichs Handballer haben bei der ersten WM-Teilnahme seit 1993 gezeigt, dass sie auf Weltklasse-Niveau spielen können - allerdings nicht über 60 Minuten. "Wir hatten immer einen Hänger von mindestens zehn Minuten, das darf man sich bei einer WM nicht erlauben", analysierte Bernd Friede. Besonders bitter war die verspielte 16:11-Pausenführung gegen Island, mit einem Sieg gegen den Olympia-Zweiten wäre man noch einmal so richtig ins Turnier zurückgekehrt.

Leidenschaft:
"Es hat nicht alles geklappt, aber wir haben alles gegeben. Punkto Leidenschaft kann man keinem Spieler etwas vorwerfen", erklärte Kapitän Viktor Szilagyi, der die Rolle des Spielgestalters aufopferungsvoll ausführte. Das soll auch in den letzten beiden Partien der Platzierungsrunde um die Ränge 17 bis 20 so bleiben. "Wir vertreten unser Land, das ist eine Riesenverantwortung", meinte Szilagyi vor dem Match am Samstag um 14.00 Uhr in Kristianstad gegen Tunesien.

Abwehr:
Teamchef Magnus Andersson war mit dem fünften Endrang in Gruppe B alles andere als zufrieden, stolz ist er aber über die Abwehrleistung seiner Schützlinge. "Nimmt man die erste Trainingseinheit meiner Ära her, dann haben wir seitdem in der Abwehr einen Riesenschritt nach vorne gemacht", sagte der Schwede, der die Defensive auch in der anstehenden Fortsetzung der EM-Qualifikation zum Prunkstück machen möchte. Das volle Vertrauen des Verbands genießt Andersson weiterhin.

Aufschwung in Österreich:
Das starke Jahr 2010 hat dem Handballsport einen enormen Zulauf beschert. Generalsekretär Martin Hausleitner spricht von zehn Prozent mehr Handballern im Land durch den Sog der Heim-EM.

Flops:

Japan:
Unterschätzung des Gegners, mangelhafte Vorbereitung - Das 30:33 gegen die Japaner wurde zum ultimativen Alptraum der Österreicher. Durch die Schlappe gegen die Asiaten geriet man vom Weg in die Hauptrunde ab. "Ganz klar, Japan war das entscheidende Match", meinte Szilagyi. "Wenn wir jetzt zehnmal hintereinander gegen Japan spielen würden, würden wir zehnmal siegen", ärgerte sich Andersson, der auch Fehler in der Japan-Matchvorbereitung (u.a. kein Training am Spieltag) einräumte.

Angriff:
Zu oft regierten Stress und Hektik das Angriffsspiel. Dann verzettelten sich die Österreicher in Mann-Gegen-Mann-Situationen, in denen einfach die Durchschlagskraft fehlte. Dass Abstimmung und Harmonie im Vergleich zur EM 2010 nicht so vorhanden waren, erscheint logisch. Dagur Sigurdsson hatte sehr viel Zeit, um Österreich aufs Turnier vorzubereiten, sein Nachfolger Magnus Andersson hingegen nur ein paar Tage. Von den ewigen Vergleichen mit der Heim-EURO haben ohnehin auch schon die Spieler die Nase voll. Szilagyi: "Haken wir diese EM endlich ab. Das war eine spezielle Situation, die es nie wieder geben wird."

Roland Schlinger:
Wirklich in konstanter Hochform hat kein Österreicher gespielt. Am meisten hinter seinen Erwartungen blieb aber Roland Schlinger. Der eigentlich so wurfgewaltige Rückraumspieler kam nie auf Touren, seine "Bomben" aus dem Hinterhalt fehlten dem ÖHB-Spiel gewaltig. "Roli fühlte sich schwach, er ließ andauernd den Kopf hängen", so Andersson über Schlinger, der im Vorfeld der WM mit einer Bauchmuskelverletzung zu kämpfen hatte.

Vitas Ziura:
In den entscheidenden Phasen der WM-Vorrunde hätten die Österreicher Vitas Ziura defensiv und offensiv sehr gut gebrauchen können. Bitter, dass der eingebürgerte Litauer nach seiner Knieverletzung in der HLA für die Fivers bereits wieder spielen konnte, für die WM aber absagte.

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Kommentar von Gerald Pototschnig

Kleine Zeitung

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