28. November 2014, 19:18 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 09.09.2012 um 19:07 UhrKommentare

Federspiel holt im Eliminator Bronze

Der Tiroler Daniel Federspiel hat am Sonntag zum Abschluss der Mountainbike-WM in Saalfelden/Leogang die Bronzemedaille im Eliminator gewonnen. Im Vierer-Finale hielt der 24-Jährige den Deutschen Christian Pfäffle auf Distanz und holte damit die einzige österreichische Medaille bei diesen Titelkämpfen.

Foto © GEPA

In der allerletzten Entscheidung der Heim-WM der Mountainbiker in Saalfelden/Leogang hat es am Sonntag für Österreich doch noch mit einem Medaillengewinn geklappt. Der Tiroler Daniel Federspiel sicherte sich im neuen WM-Bewerb Eliminator Bronze, indem er in der Innenstadt Saalfeldens in der Vierer-Entscheidung den Deutschen Christian Pfäffle knapp auf Distanz hielt. Gold ging an den Schweizer Raphael Näf bzw. die Schwedin Alexandra Engen.

Federspiel hatte heuer im überhaupt ersten Weltcup-Bewerb in dieser Disziplin im April in Belgien Rang zwei erreicht und sich auch bei der WM-Premiere dieser K.o.-Konkurrenz gute Chancen auf einen Spitzenrang ausgerechnet. Der 25-Jährige fuhr dann auch taktisch klug vorerst bis ins Semifinale. Im Viertelfinale ging Federspiel nicht voll auf den Gewinn des Laufes, mit einem kontrollierten zweiten Rang stieg er ebenso sicher auf.

Im Semifinale vor rund 5.000 Zuschauern verspekulierte sich der Lokalmatador aber beinahe. In der zweiten von zwei Runden auf dem über einige Stufen-Passagen führenden Kurs übernahm er die Führung, stellte aber zu früh ab, und setzte sich im Duell um Rang zwei erst nach Fotofinish-Entscheid gegen den Australier Chris Jongewaard durch. "Da hätte ich mich fast verschätzt. Ich wollte mir noch Körner für das Finale aufheben", sagte er.

"Kindheitstraum erfüllt"

Damit war ihm Rang vier sicher. "Blech" hatten im WM-Verlauf schon seine Landsleute Anita Molcik im Four-Cross und Alexander Gehbauer im U23-Cross-Country-Rennen geholt. Federspiel aber wollte mehr. Miha Holzer schien nach einer überlegen geführten ersten Runde Gold entgegen zu fahren, Näf holte aber auf und fing den Slowenen aber noch knapp vor dem Ziel ab. Im zweiten Duell ließ Federspiel Pfäffle nicht vorbeikommen.

"Ich habe die Medaillenchance fast schon schwinden sehen", meinte Federspiel. Nach der ersten von zwei Runden war er nämlich kurzfristig auf Rang vier zurückgefallen. "Mit der Medaille ist dann für mich aber ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Ich bin ein taktischen Rennen gefahren und überglücklich. Es war das Rennen meines Lebens." Der Imster ist Profi und hat sich ganz auf diese Disziplin spezialisiert.

Während Gregor Raggl als zweiter Österreicher im Feld das Achtelfinale erreichte und 20. wurde, war in der Damen-Konkurrenz keine Österreicherin am Start. Im Finale wurde die favorisierte Schwedin Alexandra Engen von der Schweizerin Jolanda Neff stark gefordert, die Führung wechselte mehrmals. Im Zielsprint ging die Skandinavierin ein letztes Mal vorbei und gewann knapp. Bronze ging an die Polin Aleksandra Dawidowicz.

Training ohne Coach

Die Bronzemedaille von Daniel Federspiel ist besonders hoch einzuschätzen, da er ohne Trainer arbeitet. "Ich hole mit nur Tipps von den Fahrern", sagte er. Künftig will sich der Westösterreicher noch mehr auf den Eliminator konzentrieren. Gold oder Silber trauerte er nicht nach. "Ich habe schnell bemerkt, dass ich nicht ganz vorne mitfahren kann. Im Zielsprint konnte ich noch Pfäffle abfangen."

Genaugenommen ist Federspiel nur Halbprofi, da er halbtags in Imst als Hausmeister arbeitet. "Ich betreue zwei Schulen und vier Kindergärten und ab 12 Uhr mittags sitze ich schon auf dem Rad und trainiere. Ich weiß, dass mir der Eliminator einfach liegt. Im nächsten Jahr wird der Weltcup auf mindestens sechs Bewerbe aufgestockt, vielleicht sogar acht, und dann folgt die WM in Südafrika. Das wird mein nächstes großes Ziel."

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