27. November 2014, 02:28 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 25.08.2012 um 22:31 UhrKommentare

Sie quälen ihren Körper, sonst quält er sie

Was treibt Extremsportler wie Nonstop-Alpenüberquerer Wolfgang Fasching zu Rekorden, die vor ihnen noch keiner erreicht hat? Höher, schneller, weiter: über ein Leben im Komparativ, das nur ein Ziel kennt - Einzigartigkeit.

Foto © Fasching

Die Erschöpfung bahnt sich sogar den Weg durch den Telefonhörer. Das Glücksgefühl auch. "Ich weiß nicht, ob ich auch nur einen Tag länger durchgehalten hätte", schnauft Wolfgang Fasching. Selbst zwei Tage, nachdem der steirische Extremsportler (er hat die höchsten Berggipfel aller Kontinente bestiegen und eines der härtesten Radrennen der Welt, Race Across America, gewonnen) sein jüngstes Projekt erfolgreich abgeschlossen hat, ist er noch völlig außer Atem. In zehn Tagen hat Fasching nonstop die sieben höchsten Gipfel der sieben Alpenländer erklommen und die 1100 Kilometer und 16.500 Höhenmeter dazwischen auf dem Rennrad absolviert. Ein Husarenritt mit Höhen und Tiefen, zwischen plus 35 und minus 20 Grad. Und Schlafmangel als einzigem Begleiter.

Ähnlich wie bei Politikern, die nun in Kärnten ein Amt übernehmen, drängt sich die Frage auf: Warum tun Sie sich das an? "Ich wollte mit 45 Jahren nochmals wissen, was mein Körper zu leisten imstande ist", sagt Fasching, "es geht um Abenteuer, Ausdauer, mentale Stärke. Und darum, Ziele zu finden und nicht zu erfinden."

Zwischen Hitze und Kälte, Höhe und Tiefe verschreiben auch andere Steirer ihr Leben der Jagd nach aberwitzigen Rekorden. Ein Leben in ständigem Projektstatus. Ihr Ziel bleibt stets die Einzigartigkeit: "Ich liebe es einfach, Dinge zu machen, die keiner zuvor gemacht hat", erklärt Bergsteiger Christian Stangl, der als Erster die jeweils drei höchsten Berge aller Kontinente erklimmen will. Oder Ultra-Läufer Christian Schiester, der sich bei seinen Extrem-Wettkämpfen in Wüste, Dschungel oder ewigem Eis stets vor Augen führt: "Quäle deinen Geist, sonst quält er dich." Er wolle lieber selbst bestimmen, wann die Strapazen beginnen und wann sie enden, ehe der Körper von sich aus beginnt, krank zu werden.

Der Lohn? "Auf meine Art von Qual folgt immer eine Zufriedenheit, die alles bei Weitem wettmacht." Als Zugabe gebe es "Abenteuer in unglaublich schönen Gegenden". Das ist es auch, was Fasching anderen, die lieber mit dem Schweinehund Gassi gehen, vermitteln will: "Es ist unglaublich, was viele Menschen versäumen, nur weil sie ihre Komfortzone nicht verlassen wollen."

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