23. November 2014, 05:50 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 12.05.2012 um 21:33 UhrKommentare

WAC: Zwischen Himmel und Hölle

Vor sechs Jahren noch in der Unterliga, spielt der WAC künftig in der Bundesliga. Eine schier unglaubliche Geschichte im kurzen Rückblick.

Foto © APA

In Wolfsberg spielte der Fußball schon immer eine wichtige Rolle. Die Duelle in der wohl einzigartigen Atmosphäre am "alten" WAC-Platz in den 1970er und 1980er Jahren waren Kult. Tausende Fans drängten sich bei Schlagerspielen gegen Wacker Innsbruck oder den LASK in der damaligen 2. Division in das kleine Stadion. Walter Gönitzer hatte damals die Voraussetzungen dafür geschaffen.

Vom Spieler zum Mäzen

Doch auch bittere Momente waren ein ständiger Begleiter des Klubs aus dem Lavanttal. Wie auch am Ende der Saison 1990/91, wo der Klub aus der zweithöchsten Spielklasse abstieg und dort erst 19 später wieder auftauchen sollte. 1991 stand auch noch ein gewisser Dietmar Riegler im Aufgebot des WAC. Der Unternehmer und Experte für Biomasse-Heizwerke stellte um die Jahrtausendwende für seine finanzielle Unterstützung die Weichen für eine Renaissance im Lavanttaler Fußball.

Vision mit vielen Umwegen

Sein Traum, einen Profiverein im Bezirk zu etablieren, nahm allerdings zunächst in St. Andrä seine Anfänge. Auch deshalb, weil seine Person beim WAC (noch) nicht erwünscht war. Während St. Andrä 2003/04 erstmals in der Regionalliga Mitte spielte, wurde die Situation für den WAC immer dramatischer. Der Tiefpunkt endete mit dem Abstieg in die Unterliga Ost 2003/04. Auch Mäzen Riegler musste bald erkennen, dass im Fußball nicht alles wie auf einem Reißbrett geplant werden kann. Der Aufstieg von der Regionalliga in die zweithöchste Spielklasse wollte und wollte nicht gelingen. Und das obwohl im Laufe der Jahre Dutzende Ex-Bundesliga-Kicker wie Roland Goriupp, Zeljko Vukovic, Tomislav Kocijan, Hannes Reinmayr oder Walter Kogler als Trainer verpflichtet werden konnten. Rieglers Visionen schienen in eine Sackgasse abzubiegen. Doch er übte sich in Geduld.

2005/06 folgte die Kooperation zwischen St. Andrä und dem mittlerweile finanzmaroden WAC. Das Motto lautete: "Tradition pflegen, Neues bewegen." Die Vereine blieben zunächst noch eigenständig. Doch weil Riegler nicht nur mit der Infrastruktur in St. Andrä an seine Grenzen stieß, übersiedelte die Regionalligamannschaft 2007/08 nach Wolfsberg. Der WAC/St. Andrä war geboren. Eine Saison später wurde die umgebaute "Lavanttal-Arena" neu eröffnet.

Der ersehnte Aufstieg gelang schließlich 2009/10. In der Winterpause konnten mit Marco Reich und Markus Kreuz zwei Toplegionäre aus Deutschland verpflichtete werden. Nach einer Serie von Niederlagen wurde der Kroatische Ex-Nationalspieler Nenad Bjelica als Trainer verpflichtet. Von da an ging es nur noch bergauf. Mit Platz zwei hinter dem FC Pasching, dem nachträglich 13 Punkte abgezogen wurden, sicherte man sich die Relegation gegen Parndorf. Nach einer 0:1-Niederlage im Hinspiel gewann man das Rückspiel mit 4:1 und war erstmals seit 1991 wieder in der zweithöchsten Spielklasse.

Die Nummer eins im Land

Der WAC war aufgrund des Lizenzentzugs von Austria Kärnten plötzlich sogar die Nummer eins im Kärntner Fußball.

Den vorläufigen Höhepunkt der Vereinsgeschichte wurde am Freitag mit dem Aufstieg in die Bundesliga erreicht. Und das im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg. Rieglers Vision zur Jahrtausendwende - sie ist wahr geworden.

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Zum Thema

1962

  • Erster Kärntner Staatsliga-Klub war Austria Klagenfurt nach dem Gewinn der Regionalliga Mitte im Jahr 1962. Insgesamt brachten es die Violett-Weißen bis 1989 auf 17 Saisonen in der Bundesliga. 1997 Fusion mit dem Villacher SV.

1967

  • 1967/68 wurde die höchste österreichische Liga Nationalliga genannt, WSG Radenthein stieg als Sieger der Regionalliga Mitte auf. Abstieg 1968, Aufstieg 1971, 1973 folgte noch eine Oberhaus-Saison als Radenthein/VSV.

1983

  • Nach fünf Jahren in der zweiten Division gelang dem SV St. Veit an der Glan 1983 der Aufstieg in die erste Division. St. Veit unterlag DSV Alpine in der Relegation und stieg wieder ab. 1992 Fusion mit SC St. Veit zum FC St. Veit.

1984

  • Der SV Spittal an der Drau schaffte 1984 den Aufstieg in die Bundesliga. Diese wurde in der Saison 1984/85 von 16 Teams auf 12 reduziert, fünf Teams stiegen ab. Der direkte Wiederaufstieg wurde um zwei Punkte verpasst.

2007

  • Bundesligist Pasching verlegte 2007 den Vereinssitz nach Kärnten und spielte unter neuer Identität und Führung drei Saison als SK Austria Kärnten Bundesliga. Konkurs am 14. Juni 2010, der Spielbetrieb wurde eingestellt.

2012

  • Seit Juni 2007 Kooperation zwischen dem SK St. Andrä und Wolfsberger AC. Das Team WAC/St. Andrä spielte zunächst in der Regionalliga Mitte, 2010 Aufstieg in die Erste Liga, 2012 vorzeitig Meister der Ersten Liga.

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