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Zuletzt aktualisiert: 23.07.2012 um 15:46 UhrKommentare

SK Austria kassierte viel mehr als bekannt

Die Stadtwerke-Tochter EKG zahlte dem ehemaligen Fußball-Klub SK Austria Kärnten zwei Millionen Euro. Das Geld wäre sonst in die Stadtkasse geflossen. Grüne wollen den Fall neu aufrollen. Von Wolfgang Rössler.

Foto © KK/Stadtwerke

Die Energie Klagenfurt Gesellschaft (EKG) habe sich entschieden, den SK Austria Kelag Kärnten zu sponsern. Nein, dies geschehe nicht auf Wunsch der Politik, das sei eine "rein ökonomische Entscheidung".

Im April 2009 informierte der EKG-Vorstand die Öffentlichkeit. Das Unternehmen ist eine Tochter von Verbund und Stadtwerke Klagenfurt, gehört also fast zur Gänze der öffentlichen Hand. Über die Höhe der Zuwendungen sei "Stillschweigen" vereinbart worden hieß es damals. Eingeweihte Politiker raunten von "ein paar hunderttausend Euro".

Es waren zwei Millionen Euro. Das geht aus dem Einvernahmeprotokoll eines Ex-Stadtwerke- und EKG-Vorstandes hervor, das der Kleinen Zeitung vorliegt (siehe Faksimile). Das Geld hätte demnach ursprünglich an die Aktionäre ausgezahlt werden sollen. Der Verbund und die Stadt Klagenfurt verzichteten somit je auf eine Million Euro.

Der Vorstand wurde einvernommen, weil EKG-Kunden eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht hatten. Sie vermuteten einen Zusammenhang zwischen dem Sponsoring und gestiegenen Energiekosten. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat das Verfahren im Herbst 2011 eingestellt.

Der SK Austria ist längst Geschichte. Der Verein wurde 2007 gegründet, als der damalige Landeshauptmann Jörg Haider mit Steuergeld die Lizenz des Askö Pasching kaufte. Drei Jahre spielte der Verein in der Bundesliga, ehe er 2010 überschuldet, nach sportlichen Misserfolgen Konkurs anmeldete. Der Ex-Vorstand der BayernLB, die dem Klub fünf Millionen Euro zahlte, steht in München deswegen vor Gericht. Stadtwerke-Chef Romed Karré schweigt weiter zur Höhe der Zahlungen. Er verteidigt aber das Sponsoring. Ziel sei es gewesen, die EKG bundesweit bekannt zu machen: "Das hat gut funktioniert", die Zahl der Fernwärme-Kunden sei "extrem" gestiegen, in Wien habe die EKG "einige tausend Kunden" gewonnen.

Gegenwert: 125.000 Euro

Ein Sachverständigen-Gutachter im Auftrag der Staatsanwaltschaft kommt zu einem anderen Schluss. Demnach betrage der Gegenwert des Sponsorings zwischen 477.000 und 125.000 Euro. Letzteres würde wohl "sehr nahe an der Realität liegen." Hauptnutzen: Freikarten im Wert von 100.000 Euro.

Der Klagenfurter Grünen-Politiker Matthias Köchl will den Fall neu aufrollen. Dass das Verfahren auf Basis des Gutachtens eingestellt wurde, sei "unverständlich". Köchl droht, die Korruptionsstaatsanwaltschaft einzuschalten, "wenn sie nicht von sich aus tätig wird."

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