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Zuletzt aktualisiert: 24.05.2012 um 10:47 UhrKommentare

Hass im Stadion - Rechtsextreme Fans bei den EM-Gastgebern

Rassismus-Probleme in Polen und Ukraine.

Foto © GEPA/Sujet

Die Aufkleber und Schals mit Hassparolen hingen neben dem offiziellen Fanshop des polnischen Fußball-Erstligisten Widzew Lodz. "Wir hassen alle" und "Keine Gnade für die Gäste" war auf T-Shirts zu lesen. Auch antisemitische Aufkleber wurden wenige Meter vom Stadion entfernt zum Verkauf angeboten. "Juden ist der Zutritt verboten" hieß es dort beispielsweise. Nachdem empörte Leser die Zeitung "Gazeta Wyborcza" auf das Geschäft aufmerksam gemacht hatten, ermittelt mittlerweile die Lodzer Staatsanwaltschaft gegen den Inhaber des Geschäftes und seine Mitarbeiter. Die Aufrufe zu ethnischem oder religiösem Hass ist ebenso wie die Leugnung des Holocaust in Polen verboten. Und doch ist das Problem vor der EURO 2008 allgegenwärtig in Polen. Eine rechtsextreme Szene, die auch Teile der gewalttätigen Hooligans einschließt, macht immer wieder auf sich aufmerksam. Hakenkreuz-Schmierereien auf jüdischen Friedhöfen gehören ebenso dazu wie die Sprechchöre "Juden ins Gas", die den Fans gegnerischer Clubs mitunter entgegenschallen - nicht nur in Lodz.

Antirassismus-Seminare

Die antifaschistische Organisation Nigdy wiecej (Nie wieder), die eine Liste rechtsextremer Vorfälle in den Stadien führt, verzeichnete zwischen September 2009 und März 2011 insgesamt 133 rechtsextreme Vorfälle in den polnischen Stadien. Dies sei, so betonen die Mitarbeiter von Nigdy Wiecej in ihrer Statistik, nur die Spitze des Eisbergs. Zur Vorbereitung der EM wird die Organisation Antirassismus-Seminare organisieren, die Fans für das Problem sensibilisieren sollen. Als problematisch gilt auch die Situation im Co-Gastgeber-Land Ukraine, wo Nigdy Wiecej ebenfalls aktiv ist. Hier wurden in den vergangenen zwei Jahren knapp 80 Vorfälle in den Stadien erfasst. Wie fließend die Übergänge zwischen rechtsextremen Parteien und Fans sind, wurde im September 2010 in Kiew deutlich. Rund 5.000 Fans forderten gemeinsam mit Swoboda-Neonazis ein Verbot ausländischer Fußballer in der ukrainischen Liga. Vor allem im englischen Fußballverband wurden in den vergangenen Tagen Sorgen laut, dunkelhäutige Spieler und Fans könnten bei den Spielen in dem osteuropäischem Land Opfer rassistischer Angriffe und Beschimpfungen werden.

Doch es sind nicht nur die jungen Männer mit den kahlgeschorenen Schädeln und den schweren Springerstiefeln, die Hass auf Minderheiten schüren. Einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zufolge sind Antisemitismus und Intoleranz in Polen und anderen mitteleuropäischen Staaten erschreckend weit verbreitet, bis in die Mitte der Gesellschaft hinein. Nach der im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie war fast jeder zweite Befragte der Meinung, dass Juden in Polen zu viel Einfluss haben. Mehr als 70 Prozent der befragten Polen waren der Meinung, die eigene Kultur müsse vor dem Einfluss fremder Kulturen geschützt werden und fast 42 Prozent glaubten an eine "natürliche Hierarchie" zwischen Menschen verschiedener Ethnien.

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Zu hohe Preise - Vor der EM noch viele Zimmer in Polen frei

  • Mit überhöhten Zimmerpreisen hatten zahlreiche Hoteliers in Polen bei der Fußball-Europameisterschaft auf einen ordentlichen Profit gehofft, doch die Rechnung offenbar nicht aufgegangen: Gut zwei Wochen vor Beginn des Turniers sind noch zahlreiche Zimmer frei, berichtete die Zeitung "Rzeczpospolita" am Donnerstag. "Je näher die EM rückt, desto mehr Hotels melden sich bei uns mit freien Zimmern", zitierte die Zeitung Dariusz Palecki, einen der Organisatoren der Buchungszentrale für Fans.

    Viele Hotels hatten ihre Zimmerkontingente während der EM-Zeit zu einem vielfach höheren Preis angeboten. Nun tauchen genau diese Hotels als "No name"-Angebote in den Listen des Organisatorenportals "Polishpass" auf. So sollen vor allem jene Gäste nicht vor den Kopf gestoßen werden, die überteuerte Angebote gebucht hatten, hieß es. Inzwischen seien etwa in Wroclav (Breslau) Zimmer günstiger zu bekommen als im vergangenen Juni.

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