27. November 2014, 01:18 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 18.05.2012 um 21:15 UhrKommentare

Skandalspiel: Schiri Stark spricht von "Hetzjagd"

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vertagte am Freitagabend das Urteil im Skandalspiel von Düsseldorf auf Montag. Schiedsrichter Wolfgang Stark hatte eine "Hetzjagd" der Spieler von Hertha BSC auf ihn beklagt.

Foto © APA

Das Skandalspiel von Düsseldorf geht juristisch in die Verlängerung. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vertagte am Freitagabend das Urteil nach einer knapp siebenstündigen Verhandlung auf Montag (15.00 Uhr). Hertha BSC hofft nach seinem Einspruch gegen die Wertung des Relegationsrückspiels bei Fortuna Düsseldorf (2:2), doch noch dem Abstieg aus der deutschen Bundesliga entgehen zu können.

"Fairster Spieler seit dem Zweiten Weltkrieg"

Als Hauptzeuge in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main beklagte Schiedsrichter Wolfgang Stark eine "Hetzjagd" der Spieler von Hertha BSC auf ihn. Er ist nach eigenen Angaben in den Katakomben des Düsseldorfer Stadions von Lewan Kobiaschwili geschlagen worden und hat ein Hämatom am Hinterkopf erlitten. Hertha-Trainer Otto Rehhagel hatte kürzlich seinen georgischen Profi verteidigt mit den Worten: "Kobiaschwili ist der fairste Spieler seit dem Zweiten Weltkrieg."

Der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz sprach von einem "ungeheuren Zeitdruck" angesichts der Tatsache, dass die Bundesliga-Saison eigentlich längst abgeschlossen ist. Das Verfahren könnte sich noch in die ganze nächste Woche hineinziehen: Beide Klubs können nach einem Urteil in erster Instanz noch vor das DFB-Bundesgericht ziehen.

Die Begegnung musste am Dienstagabend in der Nachspielzeit für 21 Minuten unterbrochen werden, da Tausende von Fortuna-Fans in Vorfreude auf die Aufstiegsfeierlichkeiten in den Innenraum gestürmt waren. "Es war unverantwortlich, die Spieler zurück in diese Situation zu schicken", kritisierte Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt in seinem Plädoyer.

Fortuna-Rechtsbeistand Horst Kletke wollte nichts von Beeinträchtigungen für die Berliner auf dem Spielfeld wissen. Anton Nachreiner plädierte als Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses dafür, den Hertha-Einspruch zurückzuweisen.

Wolfgang Stark ist nach eigenen Angaben ganz massiv von Hertha-Spielern angegriffen worden und hat ein Hämatom am Hinterkopf erlitten. Dies sagte der Referee bei der Verhandlung. Stark sprach von einer "Hetzjagd", vier bis fünf Berliner Profis hätten versucht, nach dem Schlusspfiff die Schiedsrichter-Kabine zu stürmen.

Als "Du feige Sau!" beleidigt

"Der Spieler Kobiaschwili hat mit ausgestrecktem Arm, mit der Faust in meine Richtung geschlagen. Ich duckte mich kurz ab und wurde am Hinterkopf getroffen", sagte der Unparteiische. Wenn er sich nicht an einem Geländer habe festhalten können, wäre er fünf bis sechs Meter die Treppe hinuntergestürzt. Er sei weiter attackiert worden. So habe ihn Christian Lell am Arm gepackt. Beleidigungen wie "Du feige Sau!" und "Du feiges Schwein!" seien gefallen.

Gegen Lewan Kobiaschwili, Christian Lell, Thomas Kraft und Andre Mijatovic hat der DFB-Kontrollausschuss Ermittlungen eingeleitet. Darüber wird bei dieser Sitzung aber nicht verhandelt, wie der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz erklärte.

Mijatovic, so Stark, habe ihn als "Wichser" bezeichnet. "So bin ich noch nicht behandelt worden. Ich hatte Angst nach dem Spiel und ich war den Tränen nahe. So was habe ich in meiner Schiedsrichter-Laufbahn noch nicht erlebt", sagte der WM-Referee.

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