28. November 2014, 19:26 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 20.04.2012 um 16:07 UhrKommentare

WM-Aufstieg als Antrieb für Förderprogramm

Mit dem schon bedeutungslosen Spiel gegen Gastgeber Slowenien beschließt Österreichs Eishockey-Team am Samstag (20.00 Uhr) die WM der Division 1A in Ljubljana.

Foto © GEPA

Die verjüngte ÖEHV-Auswahl hat sich bereits am Donnerstag mit einem 7:2 über Ungarn die Rückkehr in die A-WM 2013 (Stockholm, Helsinki) gesichert. Der sportliche Erfolg soll jedoch nur der erste Schritt zurück Richtung A-Niveau sein. Das Programm ist langfristig angelegt, bedarf aber der Kooperation zwischen Verband (ÖEHV) und Liga (EBEL).

Die Freude der Spieler war entsprechend groß. "Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, das Ziel ist erreicht. Wir sind wieder bei den besten Nationen, das ist ein großer Erfolg für uns", meinte NHL-Stürmer Michael Grabner, einer von acht Aktiven, die erstmals bei einer WM spielten. Das machte auch Thomas Koch stolz und zuversichtlich. "So eine junge Mannschaft haben wird noch nie gehabt in den letzten Jahren. Man hat gesehen, dass man die jungen Österreicher forcieren muss. Wir sind bereit für den nächsten Schritt", sagte der Kapitän.

Misstöne in die positive Stimmung brachte nur Stefan Ulmer. Der Lugano-Verteidiger erhielt gegen Ungarn ganz wenig Eiszeit und kritisierte in den "Vorarlberger Nachrichten" Teamchef Manny Viveiros scharf. "Im Training vor dem Ungarn-Spiel war ich plötzlich nur mehr Verteidiger Nummer acht. Ich bin für die Mannschaft froh, dass wir den Aufstieg geschafft haben. Aber dass ich der Sündenbock für die Japan-Niederlage sein soll, verstehe ich nicht", ärgerte sich Ulmer und legte nach: "Als Vorarlberger kann man gegen die Kärntner Mafia nichts machen."

Viveiros wollte nicht mehr Öl ins Feuer gießen und die Sache mit Ulmer intern besprechen. Abgesehen davon fiel seine Bilanz natürlich positiv aus. "Das Tempo war sehr gut, das musst du auch bei der A-WM bringen. Für viele Spieler war es die erste WM, diese Erfahrung war wichtig", meinte Viveiros, der nächstes Jahr mit seinem Team erstmals seit 2004 den Klassenerhalt schaffen will. Davor steht im Februar noch das Qualifikationsturnier für Olympia 2014 in Sotschi auf dem Programm. Der Teamchef ist sich bewusst, dass dafür noch viel Arbeit auf ihn wartet.

"Wir müssen Geduld haben"

Parallel zu den sportlichen Zielen ist seine Aufgabe aber auch die langfristige Entwicklung von mehr und besser ausgebildeten Spielern. "Mit den Jungen in die A-Gruppe aufzusteigen ist nicht schlecht, aber wir brauchen mehr gute Spieler. Wir müssen Geduld haben und unten anfangen. Wir denken in fünf bis zehn Jahren", forderte er einmal mehr. Der Weg führt über ´die Förderung des Nachwuchses sowie mehr Österreicher in der Liga. "Wir haben so viele Ausländer, brauchen mehr Platz für heimische Spieler", erklärte er.

Dazu sollen nach Jahren des Streits Verband und Liga, die im Austria Hockey Board (AHB) mit Beteiligung von Verbands- und Liga-Sponsor Erste Bank eine Kooperationsplattform gefunden haben, nun gemeinsam an einem Strang ziehen. In Ljubljana kommt es an diesem Wochenende zu Meetings, auch Sportminister Norbert Darabos wird nach Slowenien kommen und eingebunden werden.

"Wir vom Verband sind gesprächsbereit. Es muss aber auch von der anderen Seite ein sichtbares Zeichen kommen. Der Verband wird Vorschläge unterbreiten", erklärte Verbandspräsident Dieter Kalt.

Kommen wird eine U20-Meisterschaft, an der EBEL- und Nationalliga-Clubs teilnehmen können. Im nächsten Jahr soll eine U18-Meisterschaft folgen. Für die "Young Star League" stellt die Erste Bank 300.000 Euro zur Verfügung. Gefördert sollen aber nur Vereine werden, die im Nachwuchs mit einem A-Lizenz-Trainer arbeiten. Der Finne Alpo Suhonen wird wohl Sportdirektor werden.

Wie in der EBEL die Rahmenbedingungen ausschauen, wird in den nächsten Tagen verhandelt. Derzeit gibt es keinen Vertrag zwischen Verband und Liga. Der Verband strebt einen Kooperationsvertrag über fünf Jahre an, in dem in konkreten Schritten die Förderung der heimischen Spieler festgeschrieben sein soll. Für die kommende Saison, für die die Planungen der Clubs schon weit fortgeschritten sind, wird es wohl nur kleine Änderungen geben. Ab 2013 fordert der Verband aber tiefergreifende Maßnahmen.

Die Liga will am 11. Mai bei ihrer Sitzung wissen, wie die Liga in der nächsten Saison zusammengestellt ist. Derzeit schaut es nach einer Zehnerliga aus. Jesenice könnte aus- und in der Nationalliga einsteigen. Künftig, so die Hoffnung, soll aber auch wieder Innsbruck und ein Vorarlberger Club dabei sein, kommende Saison aber eher nicht.

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