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Zuletzt aktualisiert: 24.07.2012 um 18:30 UhrKommentare

Die ganze Welt in einem Dorf - Österreicher mittendrin

Im Olympischen Dorf leben die Teilnehmer aus 204 Nationen friedlich miteinander - unter ihnen auch die Österreicher.

Foto © APA

Olympiastadion, London Eye, die "Gurke" und die "Scherbe". Österreichs Olympiateilnehmern bietet sich von den Balkonen ihrer Appartements in den Stockwerken sechs, sieben und acht im Block D des Athletendorfes ein grandioser Blick auf die neuen Wahrzeichen der Stadt. Auch das Innenleben der Wohnungen kann sich sehen lassen. Zwar nur sehr zweckmäßig eingerichtet, bieten sie aber den Luxus eines eigenen Fernsehers und drahtloser Internetverbindung. Sehr zur Freude von Clemens Doppler und Co.

"Ich kann mich nicht beschweren, dass mir das Bett zu klein ist", sagte Badmintonspieler Michael Lahnsteiner, 1,74 m groß, und blickte hoch zu 2-Meter-Mann Clemens Doppler. Das Beachvolleyball-Ass wurde im Vorfeld der Sommerspiele mit Berichten über zu kurze Schlafstätten konfrontiert. Als er jedoch sein Zimmer betrat, war das Problem bereits gelöst. "Da war schon ein Zusatz mit Matratze montiert", erzählte Doppler, der am Montag wie sein Spiel-Partner Alexander Horst, den Kolleginnen Doris und Stefanie Schwaiger sowie den Badmintonspielern Lahnsteiner und Simone Prutsch, Radprofi Bernhard Eisel und Turnerin Barbara Gasser angereist war.

Am Dienstag trafen die Tennisspieler Jürgen Melzer, Tamira Paszek und Alexander Peya sowie die Schwimmer David Brandl, Nina Dittrich, Florian Janistyn, Dinko Jukic, Birgit Koschischek, Hunor Mate, Christian Scherübl, Jördis Steinegger und Lisa Zaiser ein. Die Vorhut hatte am Sonntag Turner Fabian Leimlehner gebildet. Er ist Zimmerkollege von Lahnsteiner. "Wir kannten uns schon, das passt sehr gut", meinte Lahnsteiner, dem besonders die Speisehalle im Dorf gefällt. "Der Food Court ist super, da bekommst du alles. Einzigartig ist, dass du hier die internationalen Superstars triffst. Die brasilianischen Fußballer habe ich schon gesehen. Schön wäre, wenn ich Roger Federer treffen würde", meinte er.

"Etwas klein und zweckdienlich"

Die Schwaiger-Schwestern testen gerne kulinarische Neuheiten und griffen Montagabend bei den afrikanischen Speisen zu und waren auch von den Süßkartoffeln begeistert. "1a ist die Kraftkammer", meinte Doris. "Ich weiß ja schon von Peking, wie ein Olympisches Dorf aussieht und dass es riesig ist. Aber dann kommst her und denkst dir: Was, so riesig?", beschrieb Stefanie ihre Eindrücke nach dem ersten Rundgang. "Wenn man im Dorf ankommt, kommen die Emotionen. Und dann wird einem erst bewusst, dass man bei Olympia ist", erzählte Debütantin Prutsch. Auch sie steht gerne am Balkon und genießt die Eindrücke.

"Etwas klein und zweckdienlich. Ein Bett, ein Kasten", fasste Horst zusammen, was die vorwiegend Doppel-Zimmer zu bieten haben. Auffallend sind die Bettbezüge mit den Motiven der olympischen Sportarten oder dem London-2012-Schriftzug. Für alle jene, die bereits vor vier Jahren in Peking dabei waren, hält das Dorf nicht viele Überraschungen bereit. Eine Hochhaus-Wohnsiedlung mit Grünzonen, die allen Athleten zugänglichen Einrichtungen wie Restaurants, Kino, Supermarkt, Bank, Post, Internet-Cafes, Krankenhaus und Fitness-Center lassen aber keine Wünsche offen.

"Wie wir heute gesehen haben, kannst du auch Pizza und Garnelenspieß zum Frühstück haben", meinte Doppler. Er stellt sich da lieber auf einen Cafe bei einer Filiale einer der Hauptsponsoren an. In der Nähe des Österreich-Quartiers befinden sich Spielhalle (Doppler: "Da kann es abends schon mal laut sein") und Zeremonienplatz, auf dem nicht nur die Willkommens-Feiern für die Delegationen der Nationen stattfinden, sondern auch Künstler ihr Können darbieten.

Wo die Österreicher wohnen, ist klar ersichtlich, denn auf allen Balkonen sind Fahnen angebracht und geben dem 70-köpfigen Team Stärke. Wer die Nachbar-Länder sind? "Syrien und Irland. Wir sind ein politisch brisantes Haus", meinte Doppler. Im Dorf leben die Teilnehmer aus 204 Nationen friedlich miteinander. Die Harmonie soll ungestört bleiben. Ein meterhoher Zaun, engmaschige Bewachung und ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem schützen vor unerwünschten Eindringlingen.

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