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Zuletzt aktualisiert: 04.03.2011 um 21:03 UhrKommentare

Libyen: Schwere Gefechte westlich von Tripolis

Um die Stadt Az-Zawiya, etwa 60 Kilometer westlich der libyschen Hauptstadt Tripolis, ist am Freitag heftig gekämpft worden. Das libysche Staatsfernsehen meldete, Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi hätten die Stadt zurückerobert.

Ein Sprecher der Aufständischen sprach von einem schweren Beschuss und vielen Opfern. Der Sender Al-Jazeera berichtete unter Berufung auf Zeugen von über 50 Toten und 300 Verletzten.

Laut dem Staatsfernsehen, das vom Gaddafi-Regime kontrolliert wird, haben die sogenannten Volkskomitees sowie die Einwohner selbst ihre Stadt aus der Hand "bewaffneter terroristischer Kräfte" befreit. Ein Rebellenführer, Hussein Darbuk, und sein Stellvertreter seien getötet worden, weitere führende Aufständische gefangen genommen worden, meldete das erste Programm des Staatsfernsehens. Das zweite Programm berichtete, Regierungstruppen hätten den Großteil der Stadt wieder unter ihrer Kontrolle und Panzer, Fahrzeuge sowie Raketenwerfer der Rebellen sichergestellt.

Aus der Umgebung der Ölstadt Al-Brega wurden Luftangriffe von Kampfjets gegen Aufständische gemeldet. Ein Arzt in der östlichen "Rebellen-Hauptstadt" Benghazi sagte, in Al-Brega hätten die Truppen Gaddafis auch Panzer und Helikopter eingesetzt. Im benachbarten Ajdabiyah hätten sie ein Munitionsdepot und einen Versammlungsort bombardiert. 18 Menschen seien getötet worden. Von anderer Seite wurde dies nicht bestätigt. Al-Jazeera meldete, eine Ölanlage südlich von Benghazi stehe in Flammen.

Nach Angaben aus Regierungskreisen in Tripolis wurde der ehemalige Außenminister Abdessalam Ali Triki zum Chefdelegierten Libyens bei den Vereinten Nationen ernannt. Er löse den bisherigen Amtsinhaber ab, der sich von Gaddafi losgesagt hatte. Der 72-jährige Triki war Außenminister Libyens von 1976 bis 1982 und von 1984 bis 1986 und mehrmals UNO-Botschafter. Außerdem fungierte er mehrfach als Sonderberater Gaddafis insbesondere für afrikanische Angelegenheiten.

Die Flüchtlingsströme rissen unterdessen nicht ab. Die Grenze zu Tunesien wurde laut Flüchtlings-Hochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) auf libyscher Seite von schwer bewaffneten regierungstreuen Truppen bewacht. Auf der tunesischen Seite der Grenze warteten nach Angaben des UNHCR am Freitag rund 12.500 Menschen auf ihre Rettung. Rebellen hätten Flüchtlinge schikaniert, vor allem Menschen aus Ostafrika, weil sie diese für Söldner Gaddafis hielten, hieß es.

Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat eine weltweite Warnung betreffend Gaddafi und 15 seiner Vertrauten ausgegeben. Mit der "orange notice" (orangefarbene Meldung) wurden am Freitag die Polizeiorganisationen in der ganzen Welt vor der Gefahr gewarnt, die von Gaddafi, Angehörigen und engen Vertrauten ausgehe. Die 16 aufgelisteten Individuen seien "an der Planung von Angriffen, einschließlich Luftangriffen, auf die Zivilbevölkerung" in Libyen beteiligt. Oberste Priorität sei es, "die Zivilbevölkerung in Libyen und jedem anderen Land zu schützen, in welches diese Libyer reisen oder versuchen könnten, ihre Guthaben zu verschieben", erklärte Interpol-Generalsekretär Ronald K. Noble.

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