24. November 2014, 13:22 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 06.03.2013 um 08:36 UhrKommentare

Neue Krawalle in Ägypten

Die ägyptische Hafenstadt Port Said kommt nicht zur Ruhe: Am Dienstag gab es erneut gewaltsame Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizisten in der Stadt im Nordosten des Landes. Demonstranten warfen Brandsätze auf Beamte, die ihrerseits Tränengas einsetzten.

Foto © APA

Auch in der Innenstadt von Kairo lieferten sich einige Dutzend Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei.

In Port Said kommt es seit Tagen zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. In der Nacht zum Montag hatte es tödliche Ausschreitungen gegeben, bei denen insgesamt sechs Menschen starben, darunter drei Polizisten. Das Gesundheitsministerium zählte seit Montag 130 Verletzte. Bei den Protesten mischt sich die Wut auf die Regierung der Islamisten mit der Empörung über die Todesurteile gegen 21 Männer aus Port Said. Sie waren im Jänner wegen der Tötung von Fans des Kairoer Fußballclub Al-Ahly vor einem Jahr zum Tode verurteilt worden. Die Urteile gegen die restlichen 52 Angeklagten werden am Samstag erwartet.

Urteil für "Augen-Schützen"

Ein Strafgericht in Kairo verurteilte unterdessen einen als "Augen-Schützen" berüchtigten Polizeioffizier zu drei Jahren Haft. Der Offizier der Ordnungspolizei hatte am 19. November 2011 während einer Protestaktion in Kairo sechs Demonstranten getötet, indem er mit einem Schrotgewehr gezielt auf ihre Augen schoss. Der Richter ordnete an, dass ein anderes Gericht über eine ebenfalls anhängige Zivilklage gegen den Offizier entscheiden soll.

Das säkulare Oppositionsbündnis Nationale Rettungsfront bekräftigte am Dienstag indes seine Entscheidung, den Urnengang im April zu boykottieren. In einer Situation, in der Aktivisten der Opposition um ihr Leben fürchten müssten, sollte man keine Wahlen abhalten, teilte ein Sprecher mit. An den geplanten Parlamentswahlen werden sich wohl fast ausschließlich islamistische Parteien beteiligen.

Der Sprecher des Oppositionsbündnisses Nationale Rettungsfront gab dem Innenministerium die Verantwortung für den Tod von mehreren jungen Aktivisten, die zuletzt tot aufgefunden worden waren. In mehreren Fällen würden Todesursachen verschleiert. "Sie sagen, er wäre gegen einen Bus oder ein Auto gelaufen, aber in Wirklichkeit wurde er in Polizeigewahrsam zu Tode gefoltert", fasste der Sprecher die Strategie der Sicherheitskräfte zusammen.

  • Druckbare Version anzeigen
  • E-Mail

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

» Kommentar erstellen

Wir weisen darauf hin, dass dieses Forum nicht moderiert wird. Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (zB Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, etc. sind daher verboten! Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer allenfalls gesperrt. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (zB Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name, Postanschrift und E-Mail-Adresse, jedoch keine Handynummer) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.

Innenpolitik

  • Aktuelle Ereignisse, Hintergründe und Analysen zur heimischen Innenpolitik.

Weltpolitik

  • Aktuelle Entwicklungen, Berichte unserer Korrespondenten, Analysen und Hintergründe zur Außenpolitik.

Südosteuropa

  • Im Fokus: Südosteuropa - aktuelle Entwicklungen, Korrespondenten-Berichte und Analysen.

EU-Special

  • Hintergründe, Korrespondenten-Berichte und aktuelle Ereignisse zum Thema EU.

Der Nahost-Konflikt

  • Der Nahost-Konflikt: Aktuelle Entwicklungen, die Konfliktparteien, die Hintergründe.

100 Jahre 1. Weltkrieg

  • Das große Special zu 100 Jahre Erster Weltkrieg: Interaktive Grafiken, Video-Analysen und Schauplatz-Reportagen aus den ehemaligen Kriegsgebieten.

Wartungsarbeiten

  • >> Liebe User!
    • Auf unserer Website gibt es einige Neuerungen:
    • Die bisherigen Gemeinde- und Bezirksseiten werden durch Regionalportale ersetzt – Sie erhalten hier alle wichtigen Neuigkeiten aus Ihrer Region.
    • Auf der Startseite werden Nachrichten nun in Ressort-Blöcke gegliedert (Sport, Politik etc.) - für einen besseren Überblick.
    • Aufgrund von technischen Umstellungen können wir vorübergehend keine Wetterinformationen und Gewinnspiele anbieten. Die Inhalte werden ehestmöglich wieder bereitgestellt. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

    Weitere Informationen finden Sie HIER. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: feedback@kleinezeitung.at
    Ihr Kleine Zeitung Team