27. November 2014, 03:48 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 31.01.2013 um 18:10 UhrKommentare

Homo-Ehen-Debatte empört Frankreich

Foto © APA

Der französische Abgeordnete Christian Assaf hat mit einem Verweis auf die Verfolgung Homosexueller in der NS-Zeit in der Debatte um die Einführung der Homo-Ehe für Empörung gesorgt. Assaf von den regierenden Sozialisten warf der konservativen Opposition vor, bei ihrer Ablehnung der Homo-Ehe "mit Ängsten und Vorurteilen zu spielen". Dann rief er: "Die Zeit des rosa Dreiecks ist vorbei."

In der NS-Zeit waren in Konzentrationslager verschleppte Homosexuelle gezwungen worden, einen rosa Winkel zu tragen. Die konservative UMP reagierte empört auf Assafs Äußerung. Diese sei "inakzeptabel", sagte der UMP-Abgeordnete Herve Mariton. Die Sozialisten beeilten sich zu versichern, dass Assafs Äußerung nicht gegen die Konservativen gerichtet gewesen sei.

In der französischen Nationalversammlung läuft seit Dienstagnachmittag eine erhitzt geführte Mammutdebatte über die geplante Einführung der Homo-Ehe. Die konservative Opposition und die katholische Kirche laufen Sturm gegen das Vorhaben, das gleichgeschlechtlichen Paaren auch das Recht auf eine gemeinsame Adoption von Kindern einräumen würde. Die Opposition hat rund 5.000 Änderungsanträge eingereicht, die Debatten dürften zwei Wochen dauern. Ein Vorstoß der Konservativen, die Franzosen in einem Referendum über das Vorhaben abstimmen zu lassen, wurde am Mittwoch von der Regierungsmehrheit abgeblockt.

Für Wirbel sorgte auch eine Anordnung von Justizministerin Taubira an die französischen Gerichte, wonach Kindern nicht die französische Staatsbürgerschaft aus dem Grund verwehrt werden darf, dass sie von Leihmüttern im Ausland ausgetragen wurden. Die Opposition sieht darin einen ersten Schritt hin zur Legalisierung der in Frankreich verbotenen Leihmutterschaft. Die Konservative verleihen ihrer Forderung mit einer Petition Nachdruck.

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