19. Dezember 2014, 14:03 Uhr | Aktualisiert vor - min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 16.01.2013 um 15:36 UhrKommentare

Frankreich schickt Bodentruppen

Frankreich schickt nun nach tagelangen Luftangriffen auch Bodentruppen in den Kampf gegen islamistische Rebellen in Mali. Der ECOWAS-Einsatz in Mali könnte binnen 48 Stunden starten.

Foto © AP

Gemeinsam mit malischen Truppen wolle man sich vorerst auf die Stadt Diabaly an der Grenze zu Mauretanien konzentrieren, so Verteidigungsminister Le Drian. Rund einhundert Franzosen seien zudem nach Markala unterwegs, um Islamisten davor abzuhalten eine Brücke zu überqueren.

Bisher sei der malisch-französische Militäreinsatz vor allem im Osten erfolgreich gewesen, sagte der Verteidigungsminister. Im Westen, wo sich auch Diabaly befindet, seien die Islamisten weiterhin stark. Es gebe dort die "härtesten, die fanatischsten, die am besten organisierten, die überzeugtesten und die am besten bewaffneten" Gruppen. Französische Sicherheitskräfte lieferten sich in Diabaly am Mittwoch heftige Gefechte mit islamistischen Kämpfern, hieß es aus Sicherheitskreisen. Bereits am Vortag war die französische Armee zahlreiche Luftangriffe auf Diabaly geflogen, jedoch ohne die Islamisten vollständig vertreiben zu können.

Rund hundert französische Soldaten trafen am Mittwochvormittag auch bei einer strategisch wichtigen Niger-Brücke in Malaka, nahe der Stadt Segou, rund 120 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako ein. Ihre Aufgabe sei es, die Brücke zu sichern, um die Islamisten davon abzuhalten weiter nach Süden vorzurücken, erklärte ein Truppensprecher.

Eine Aufklärungstruppe von Experten aus dem EU-Militärstab in Brüssel soll an diesem Sonntag nach Mali aufbrechen, um die Bedingungen für die geplante Militär-Ausbildungsmission der Europäer in dem westafrikanischen Staats zu sondieren. Das ist einer der Punkte, die bei einem Sondertreffen der EU-Außenminister am Donnerstag in Brüssel beschlossen werden soll, verlautete am Mittwoch aus EU-Ratskreisen.

Der französische Präsident Hollande rechnete unterdessen mit einer baldigen Unterstützung Frankreichs durch andere Nationen. "Frankreich war das erste Land, wird aber nicht mehr lange allein sein", sagte Hollande am Mittwoch.

ECOWAS-Einsatz

Der Militäreinsatz der Westafrikanischen Staatengemeinschaft (ECOWAS) könnte bereits innerhalb von 48 Stunden starten. Dies erklärte der malische Militärchef, Ibrahim Dembele, am Mittwoch am Rande einer ECOWAS-Konferenz zum bevorstehenden Militäreinsatz. Bei den Schwierigkeiten, die es gegenwärtig noch auszuloten gelte, handle es sich um "logistische" sowie um die Frage, wo die Truppen stationiert werden sollen, so Dembele. Die deutsche Bundesregierung gab unterdessen bekannt, zwei Transportflugzeuge für die Überstellung von ECOWAS-Truppen nach Mali zur Verfügung stellen zu wollen. Der Terrorismus in Mali sei eine große Bedrohung für Europa, warnte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel nach einem Treffen mit dem Präsidenten der Elfenbeinküste und ECOWAS-Vorsitzenden, Alassane Ouattara: "Ich glaube, dass wir hier unter einem sehr hohen Zeitdruck stehen."

Ouattara betonte, dass ein militärisches Eingreifen sehr wichtig sei und dankte Frankreich. "Ich hoffe, dass die Aktion von allen Europäern mitgetragen wird. Denn wir Afrikaner unterstützen sie", betonte er. Es sei sehr wichtig, "die Terroristen" auf dem Marsch nach Süden aufzuhalten.

Der ECOWAS-Mission sollen rund 3.300 Soldaten angehören, darunter 900 aus Nigeria, jeweils 500 aus dem Niger, Burkina Faso, Togo und dem Senegal, 300 aus Benin und etwa 100 aus Guinea und Ghana.

  • Druckbare Version anzeigen
  • E-Mail

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

» Kommentar erstellen

Wir weisen darauf hin, dass dieses Forum nicht moderiert wird. Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (zB Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, etc. sind daher verboten! Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer allenfalls gesperrt. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (zB Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name, Postanschrift und E-Mail-Adresse, jedoch keine Handynummer) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.

Innenpolitik

  • Aktuelle Ereignisse, Hintergründe und Analysen zur heimischen Innenpolitik.

Weltpolitik

  • Aktuelle Entwicklungen, Berichte unserer Korrespondenten, Analysen und Hintergründe zur Außenpolitik.

Südosteuropa

  • Im Fokus: Südosteuropa - aktuelle Entwicklungen, Korrespondenten-Berichte und Analysen.

EU-Special

  • Hintergründe, Korrespondenten-Berichte und aktuelle Ereignisse zum Thema EU.

Der Nahost-Konflikt

  • Der Nahost-Konflikt: Aktuelle Entwicklungen, die Konfliktparteien, die Hintergründe.

100 Jahre 1. Weltkrieg

  • Das große Special zu 100 Jahre Erster Weltkrieg: Interaktive Grafiken, Video-Analysen und Schauplatz-Reportagen aus den ehemaligen Kriegsgebieten.

Wartungsarbeiten

  • >> Liebe User!
    • Auf unserer Website gibt es einige Neuerungen. Wichtige Informationen dazu finden Sie HIER.
    • Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: feedback@kleinezeitung.at
      Ihr Kleine Zeitung Team