26. November 2014, 15:52 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 15.01.2013 um 15:50 UhrKommentare

"Schattendepot" aufgetaucht

In Salzburg wurde einem Bericht zufolge weit mehr spekuliert als bisher bekannt. Die Auflösung von Geschäften dürfte Land 123 Millionen Euro gekostet haben.

Foto © APA

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" berichtete, hat die Finanzabteilung des Landes Salzburg in den vergangenen Jahren Spekulationsgeschäfte in weitaus größerem Ausmaß betrieben, als bisher bekannt. Das sogenannte Schattendepot, das neben dem offiziellen Portfolio des Landes existierte und das "profil" offenbar vorliegt, umfasste im Jahr 2012 demnach insgesamt 6,9 Milliarden Euro.

Das ist ein Vielfaches der zuletzt kolportierten Zahlen: Diesen zufolge lag das offizielle Portfolio des Landes bei 1,8 Mrd. Euro, das Schattenportfolio bei 1,2 Mrd. Euro. Der von "profil" um eine Portfolio-Analyse der dem Magazin zugespielten Unterlagen gebetene gerichtlich beeidete Sachverständiger für derivative Finanzprodukte, Sascha Stadnikow, hat laut dem Nachrichtenmagazin 156 der 245 Geschäfte ausgewertet und komme zu beunruhigenden Ergebnissen.

Alleine die Geschäfte zur Zinsabsicherung mit einem Volumen von knapp 900 Millionen Euro wiesen demnach mit Stichtag 16. Oktober 2012 einen negativen Marktwert von 123 Millionen Euro auf. "Sollten diese Geschäfte zu diesem Zeitpunkt - wie von Brenner angewiesen - aufgelöst worden sein, wäre der Verlust damit realisiert", so "profil". Bestünden diese Geschäfte jedoch nach wie vor, drohe - hochgerechnet auf die lange Restlaufzeit - hingegen eine Gesamtbelastung von 220 Mio. Euro.

In Hinblick auf Medienberichte, dass dem Land gar kein Schaden entstanden sei, dämpfte der Finanzexperte die Erwartungen: Es sei zu vermuten, dass in dieser Ergebnisbetrachtung die sogenannte Reserve-Swaps - das waren Absicherungsgeschäfte der Finanzabteilung - mit einem Volumen von 1,4 Mrd. Euro (aktueller Marktwert: 327 Mio. Euro) eingerechnet wurden. Woher das Geld dafür stammt, sei aber noch unklar. "Sie dürfen nur dann mit den Spekulationsgeschäften gegengerechnet werden, wenn sie aus in der Vergangenheit erzielten Gewinnen angesammelt wurden", so Stadnikow im "profil".

Aus dem Büro von LHStv. Brenner gab es am Dienstag keine Stellungnahme zu dem Artikel. Man verwies auf die Präsentation des Zwischenberichtes vor dem Finanzüberwachungsausschuss am Mittwochnachmittag.

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