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Zuletzt aktualisiert: 14.09.2012 um 22:37 UhrKommentare

Sturm auf die Botschaften

Nach dem Angriff auf die deutsche und die US-Botschaft im Sudan haben nun Demonstranten das Gelände der US-Botschaft in Tunis gestürmt. Auch in anderen islamischen Ländern kam es zu heftigen Protesten gegen den aus den USA stammenden Schmäh-Film über den Propheten Mohammed.

Foto © Reuters

Bei dem Sturm der US-Botschaft in Tunis sind am Freitag mindestens drei Menschen getötet worden. Mindestens 28 Menschen seien verletzt worden, als Demonstranten aus Wut über einen in den USA produzierten islamfeindlichen Film die Vertretung in der tunesischen Hauptstadt angriffen, meldete die Nachrichtenagentur TAP unter Berufung auf vorläufige Angaben des Gesundheitsministeriums. Zwei der Verletzten schwebten in Lebensgefahr.

Mehrere Demonstranten waren über eine der Mauern um die in einem Vorort von Tunis gelegene Botschaft geklettert. Nachdem die Menge Molotowcocktails auf das Gelände geworfen hatte, brannten mehrere Fahrzeuge. Die Polizei setzte zunächst Tränengas ein. Später schossen die Sicherheitskräfte. Laut TAP setzten Demonstranten auch die wenige Meter entfernte US-Schule in Brand und plünderten die Ausrüstung der Schule. Am Abend kehrte zunächst Ruhe ein.

Tote in Khartum

Am Freitag wurden zudem in der sudanesischen Hauptstadt Khartum zwei Menschen bei Protesten vor der US-Botschaft getötet. Nach Angaben der Rettungskräfte wurde ein Mann von einem Polizeiwagen überfahren. Die Leiche des zweiten Toten wurde am Fuß der Umfassungsmauer der Botschaft gefunden, wobei die Umstände seines Todes unklar waren. Die Polizei setzte Tränengas gegen die rund 10.000 Demonstranten ein, die zwischenzeitlich aufs Botschaftsgelände vordrangen.

Im westafrikanischen Nigeria trieb die Polizei am Freitag muslimische Demonstranten mit Schüssen in die Luft auseinander. In der Stadt Jos habe die Menge gegen das Mohammed-Schmähvideo protestiert, berichteten die Zeitung "Daily Trust

Der in den USA produzierte Amateurfilm "Unschuld der Muslime" sorgt seit Dienstag für Empörung unter Muslimen. In zahlreichen muslimischen Ländern kam es zu teils gewaltsamen Protesten vor US-Einrichtungen, wobei im US-Konsulat der ostlibyschen Küstenstadt Benghazi der US-Botschafter und drei seiner Mitarbeiter sowie mehrere libysche Sicherheitskräfte getötet wurden. In Jemens Hauptstadt Sanaa starben bei Zusammenstößen mit der Polizei mehrere Demonstranten.

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