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Zuletzt aktualisiert: 10.09.2012 um 17:54 UhrKommentare

Weitere Anschlagsserie im Irak

Foto © APA

Bei einer neuerlichen Serie von Anschlägen sind in der irakischen Hauptstadt mindestens 50 Menschen getötet worden. In sechs von Schiiten bewohnten Bezirken Bagdads detonierten Autobomben, nachdem ein Gericht den Vizepräsidenten Tarek al-Hashemi zum Tode verurteilt hatte. Damit stieg die Zahl der Menschen, die am Sonntag bei einer Anschlagserie im ganzen Land getötet wurden, auf mehr als 100.

Der blutigste Anschlag in Bagdad wurde am Sonntagabend im Stadtteil Sadr City im Nordosten der irakischen Hauptstadt verübt. Dort starben mindestens 13 Menschen, während 32 weitere verletzt wurden. Bereits vor dem Urteil hatten mehrere Anschläge im ganzen Land mindestens 58 Tote gefordert.

Der schwerste Angriff traf am Sonntag die 300 Kilometer südlich von Bagdad gelegene Stadt Amara. Allein dort rissen zwei Autobomben mindestens 24 Menschen in den Tod, wie die Behörden mitteilten. Weitere Anschläge gab es in Kirkuk, Baquba, Samarra, Basra und Tuz Khurmato. Zudem explodierte nach Angaben von Sicherheitskräften eine Autobombe vor dem französischen Konsulat in der südirakischen Stadt Nassiriyah.

Hinter der Anschlagsserie steckt offenbar der irakische Arm des Terrornetzwerks Al-Kaida. In einer am Montag veröffentlichten Erklärung übernahm die Organisation Islamischer Staat Irak (ISI) die Verantwortung für die Attentate vom Wochenende. Das Netzwerk drohte zudem mit weiteren Angriffen und kündigte einen "neuen schwarzen Tag" an.

Die Anschläge erfolgten am Tag der Verkündung des Urteils im Prozess gegen den irakischen Vizepräsidenten Tarik al-Hashemi. Ein Gericht in Bagdad hatte den sunnitischen Politiker am Sonntag zum Tode durch den Strang verurteilt und ihm für die Rückkehr in den Irak 30 Tage Zeit gegeben. Hashemi wird wegen Verdachts auf "Führung und Finanzierung terroristischer Anschläge" per internationalem Haftbefehl gesucht. Nachdem der schiitische Ministerpräsident Maliki einen Haftbefehl gegen ihn veranlasste, floh er Ende 2011 in die autonomen Kurdengebiete im Nordirak und hielt sich seitdem überwiegend in der Türkei auf.

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