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Zuletzt aktualisiert: 25.06.2012 um 23:07 UhrKommentare

Gschwentner tritt als Tiroler SPÖ-Chef zurück

Hannes Gschwentner tritt nach zehn Jahren als Parteichef zurück. Der 54-Jährige fungiert bereits ebenso lang als Landeshauptmannstellvertreter. Sein Rücktritt kommt überraschend.

Foto © APA

Der Tiroler LHstv. Hannes Gschwentner tritt nach etwas mehr als zehn Jahren als Parteivorsitzender der Tiroler SPÖ von seinem Amt zurück. Am 4. Mai 2002 war Gschwentner zum Parteichef gewählt worden. Er trat damals die Nachfolge von Herbert Prock an. Der 54-Jährige galt stets als überzeugter Befürworter einer Regierungsbeteiligung seiner Partei, was ihm wiederholt den Vorwurf der "Ministrantentätigkeit" für die ÖVP eintrug. Der Ex-Polizist kommt aus der Kommunalpolitik und saß 1999 erstmals im Landtag.

Gschwentners nunmehr vollzogener Rücktritt als SPÖ-Vorsitzender kam trotz des über all die Jahre anhaltenden innerparteilichen Gegenwinds doch überraschend. Zu den Kritikern von Gschwentners Regierungspolitik zählen vor allem Jusos und Gewerkschafter. Mit den SP-Gewerkschaftern gab es etwa um die Listenerstellung für die Landtagswahl 2008 einen heftigen Konflikt. Der damalige ÖGB-Chef Franz Reiter warf nach der Rückreihung auf einen aussichtslosen Platz das Handtuch. Nach der Wahl mit massiven Verlusten für die Sozialdemokratie, sie stürzte von 25,85 Prozent auf 15,46 ab, stellte Gschwentner im Landesparteivorstand die Vertrauensfrage und blieb schließlich Parteivorsitzender. Doch auch bei der heurigen Innsbrucker Gemeinderatswahl setzte es eine empfindliche Niederlage. Die SPÖ verlor 5,1 Prozentpunkte und kam nur mehr auf 14,5 Prozent.

Der 54-Jährige Gschwentner startete seine politische Karriere im Unterinntaler Kundl, wo er schließlich auch Bürgermeister war. 1986 war er in den Gemeinderat eingezogen. Geboren wurde Gschwentner, der in der Landesregierung unter anderem für Umweltschutz und Wohnbauförderung zuständig ist, am 29. Juli 1957 in Kundl. Der frühere Sicherheitswachebeamte war mehrere Jahre Amtsleiter in der Marktgemeinde Rum bei Innsbruck. Nach der Volksschule und dem Besuch der Realgymnasien in Kufstein und Wörgl maturierte er 1976 in Wörgl. Er hat zwei Söhne und lebt in einer Partnerschaft.

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