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Zuletzt aktualisiert: 14.06.2012 um 13:45 UhrKommentare

Beyrer geht als ÖIAG-Chef und wechselt nach Brüssel

ÖIAG-Chef Markus Beyrer verlässt bereits nach einem Jahr die ÖIAG. Er habe in Brüssel ein Angebot als Vertreter der Interessen der europäischen Industrie erhalten.

Foto © APA

ÖIAG-Chef Markus Beyrer verlässt nach einem knappen Jahr wieder die Staatsholding. Er soll am morgigen Freitag zum Generaldirektor der EU-Sozialpartnerorganisation Businesseurope gekürt werden, den Job aber erst im Herbst antreten. Aus Finanzministerium und ÖIAG heißt es dazu nur "kein Kommentar", dieses vom "profil" an die Öffentlichkeit gebrachte Szenario wurde der APA am Donnerstag aber von mehreren Seiten bestätigt. Beyrer bestätigte dies auch selber gegenüber der "ZiB".

Beyrer hatte erst im Juli 2011 den Posten als ÖIAG-Alleinvorstand angetreten. Davor war er Generalsekretär der Industriellenvereinigung - dem österreichischen Mitglied von Businesseurope. Seiner Bestellung als ÖIAG-Chef war eine politische Debatte vorausgegangen, ob man die ÖIAG, Staatsholding für nur mehr drei börsenotierte Unternehmen (Post, OMV, Telekom Austria) auflösen oder ausbauen solle. Diese Diskussion könnte nun eine Neuauflage erleben.

Im ersten Schritt gehen die Interpretationen über die Ursachen von Beyrers Jobwechsel auseinander. Während Kritiker meinen, er sei aus der ÖIAG hinauskomplimentiert worden, sagen seine Unterstützer, Beyrer habe das Angebot, einen Verband mit 20 Millionen Mitgliedsbetrieben und gesamteuropäischem Einfluss zu lenken, überhaupt nicht ausschlagen können.

Umstritten

Beyrer war während seiner Amtszeit umstritten. Die Kritik richtete sich allerdings weniger auf seine Tätigkeit als ÖIAG-Chef und damit Aufsichtsratsvorsitzender der staatlichen Beteiligungen OMV, Telekom Austria und Post. Strittig war vor allem seine Rolle als Vorsitzender einer Kommission zur Aufklärung von Korruptionsvorwürfen in der Telekom Austria, weil er früher selber als IV-Generalsekretär auf Einladung des Unternehmens an Jagden teilgenommen hatte. Beyrer verwies darauf, dass solche Einladungen für einen IV-Vertreter üblich und erwartet waren.

Bevor Beyrer wirklich nach Brüssel geht, wird bei der Telekom Austria wohl die künftige Beteiligungsstruktur neu geordnet. Der österreichische Investor Ronny Pecik hält knapp 21 Prozent an dem Unternehmen. Auch wenn er sich als langfristiger Investor vorgestellt hat, wird allgemein davon ausgegangen, dass er seine Anteile gewinnbringend weiterverkaufen will. Zuletzt hat sich der mexikanische Milliardär und Telekom-Unternemer Carlos Slim mit rund vier Prozent bei der Telekom Austria eingekauft. Slim soll nun auch die Aktien Peciks übernehmen und dann knapp ein Viertel des heimischen Marktführers halten. Den Einstieg Slims soll der international bestens vernetzte Beyrer eingefädelt haben, die Übernahme von Peciks Anteile sollte in den kommen Wochen unter Dach und Fach gebracht werden.

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