24. November 2014, 03:59 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 12.06.2012 um 15:29 UhrKommentare

So könnte die Rückkehr zur Drachme ablaufen

Vorgesehen ist er nicht, diskutiert wird der Euro-Ausstieg der Griechen vor der Neuwahl am Wochenende dennoch. Sollte das Land die Euro-Zone verlassen, müssen die Griechen mit Soldaten vor den Banken und Grenzkontrollen rechnen.

Foto © APA

In der EU wird das Vorgehen für den Fall diskutiert, dass Griechenland nach der Wahl am Wochenende die Euro-Zone verlässt und zur Drachme zurückkehrt, wie die EU-Kommission am Dienstag bestätigte. Ein solcher Schritt wäre politisch, wirtschaftlich und juristisch absolutes Neuland. Der mögliche Ablauf eines griechischen Abschieds vom Euro:

Was Griechenland beim Euro-Austritt erwartet

"Die ökonomischen Folgen eines Ausstiegs wären eine Katastrophe", warnt der frühere Regierungschef Lucas Papademos am Dienstag in einem Beitrag für das "Handelsblatt". "Und die sozialen Folgen, vor allem für die schwächeren Mitglieder der Gesellschaft, wären sehr tiefgehend und langandauernd." Papademos befürchtet eine explodierende Inflation von bis zu 50 Prozent, einen Einbruch der realen Einkommen und große Probleme für das Bankensystem. Klar ist: Griechenland geriete in den absoluten Ausnahmezustand.

Die juristische Lage

Die EU-Verträge sehen einen Austritt aus der Euro-Zone ohne einen Abschied aus der Europäischen Union nicht vor. Die EU-Rechtsexperten müssen also schnell eine juristische Lösung vorlegen. Aufgrund dieser Rechtsgrundlage ist es an der griechischen Regierung, einen Antrag auf Abschied vom Euro zu stellen. Eine Reihe von Notsitzungen der europäischen Finanzminister sowie der Europäischen Zentralbank, zahlreiche Krisentelefonate rund um den Globus sowie ein Gipfel der Staats- und Regierungschefs sind nötig, um den Euro-Austritt der Griechen politisch zu beschließen.

Finanzielle Sicherheitsmaßnahmen

Damit die Griechen aus Angst um ihr Erspartes nicht ihre Konten leerräumen und die Banken zusammenbrechen, muss ein Euro-Austritt von Sicherheitsmaßnahmen begleitet sein. Die Regierung in Athen führt daher Kapitalverkehrskontrollen ein, um eine Kapitalflucht ins Ausland zu verhindern. Das ist der EU-Kommission zufolge möglich, wenn eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit besteht. Ausreisende werden an den Grenzen auf große Bargeldsummen durchsucht. Das Online-Banking wird abgeschaltet, am Bankomaten können die Griechen nur noch Kleinbeträge abheben, die zur Sicherung des Nötigsten reichen.

Die Umstellung von Euro auf Drachme

Die Rückkehr zur Drachme muss schnell gehen und wird nach Börsenschluss an einem Freitagabend abgewickelt. Schon vorher beziehen Soldaten Posten vor den Banken, damit aufgebrachte Kunden ihr Geld nicht mit Gewalt einfordern - dies könnte auch in anderen Euro-Ländern nötig sein, wo die Menschen die Schockwellen aus Griechenland fürchten. Am Wochenende werden dann Computersysteme von Banken und Börsen sowie die Sparkonten der Griechen auf die Neue Griechische Drachme umgestellt. Am Montag geben die Banken die neue Währung zunächst provisorisch in Form umgestempelter Euro-Scheine aus.

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