24. November 2014, 02:37 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 23.05.2012 um 12:18 UhrKommentare

Schwager von Assad soll vergiftet worden sein

Das syrische Regime bemüht sich seit Tagen, Spekulationen über einen Giftmord im innersten Zirkel der Macht zu entkräften. Doch gleichzeitig dringen immer mehr Details über das angebliche Komplott gegen die Mitglieder des Krisenstabs von Präsident Bashar al-Assad an die Öffentlichkeit.

Foto © AP

In einem internen Internet-Gesprächskreis der sogenannten "Union der Koordinierungskomitees der Syrischen Revolution" hieß es am Mittwoch: "Wir können bestätigen, dass Asef Shawkat, der Schwager des Präsidenten, tot ist." Der Nachrichtensender Al-Arabiya meldete, in Al-Madahle, dem Heimatdorf von Shawkat, trauerten die Menschen um den Ehemann von Assads Schwester Bushra. Shawkat, der in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Positionen im Sicherheitsapparat besetzte, hatte in den vergangenen Monaten eine wichtige Rolle bei der Unterdrückung des Aufstands gespielt.

Krisenstab soll vergiftet worden sein

Was ist passiert? Am vergangenen Samstag behaupteten Assad-Gegner, die sich selbst als Brigade der "Freien Syrischen Armee" in Damaskus bezeichnen, sie hätten Shawkat und fünf andere Mitglieder eines sogenannten Krisenstabs während einer Zusammenkunft in der Hauptstadt vergiftet. Einen Tag später traten jedoch zwei der Totgesagten - Innenminister Mohammed Ibrahim al-Shaar und General Hassan Turkmani, der Assistent des Vizepräsidenten - im staatlichen Fernsehen auf, um die vom arabischen TV-Sender Al-Jazeera (Katar) verbreitete Nachricht über den Giftmord zu dementieren.

Später revidierte die Opposition ihre Angaben und erklärte, einige der insgesamt sechs Mitglieder des Krisenstabes hätten die Gift-Attacke offensichtlich überlebt. Shawkat sei jedoch ganz sicher tot. Seine Leiche sei am Dienstag per Helikopter in sein Heimatdorf gebracht und dort beigesetzt worden. Ebenfalls am Dienstag hätten der Präsident und seine Frau Asmaa das Al-Shami-Krankenhaus in Damaskus aufgesucht, in das die vergifteten Mitglieder des Krisenstabes am Samstag gebracht worden seien. In einem Bekennervideo hieß es, Regimegegner hätten die Männer zwei Monate lang überwacht. Erst dann sei es ihnen gelungen, ihnen Gift in ihre Getränke zu mischen. Ein ehemaliger hochrangiger Offizier erklärte, der Tod von Shawkat sei ein schwerer Schlag für das Regime, da der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Schwager im Sicherheitsapparat mehr Unterstützung genossen habe als Präsident Assad.

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