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Zuletzt aktualisiert: 07.04.2012 um 20:16 UhrKommentare

Zufriedenheit in Parteizentralen nach Umfrage

Zufriedenheit in Parteizentralen nach OGM-Umfrage - aus sehr unterschiedlichen Motiven. Kleinere Parteien aktuell als Sieger, aber interne Probleme sind längst noch nicht gelöst.

Foto © GERNOT EDER

Schlecht war die Stimmung zwar nicht in den Parteizentralen von SPÖ und ÖVP, als sie aus der Kleinen Zeitung die Ergebnisse der aktuellen OGM-Umfrage erfuhren: Sowohl die Parteichefs als auch die Regierungsmitglieder liegen in der Meinung der Bürger nicht so schlecht. Vor allem nicht so grottenschlecht, wie das allgemeine Image von Politikern derzeit ist.

Von wirklich guter Stimmung konnte man aber auch nicht sprechen: Die SPÖ liegt gut vier, die ÖVP rund acht Prozent hinter ihrem letzten Wahlergebnis. Der Hinweis, man leide dabei unter dem Gegenwind von der Bundesebene, ist zwar richtig, kann aber nicht über die herben Stimmenverluste hinwegtäuschen. Doch ein Gegenargument war sofort zur Hand: Bundesweit liege die SPÖ bei miesen 29 Prozent, die ÖVP bei blamablen 23 Prozent. Dagegen sei man in der Steiermark ja geradezu super unterwegs - die SPÖ liegt im Land fünf, die ÖVP sogar sechs Prozent besser. Man sei also noch mit einem blauen Auge davongekommen. Die Tatsache, dass kein blaues Auge deutlich angenehmer wäre als "nur" eines, wurde tunlichst nicht angesprochen.

Ganz anders dagegen die Stimmung in der FPÖ-Zentrale, hier strahlten die blauen Augen um die Wette: 19 Prozent, um gute acht Punkte mehr als bei der letzten Landtagswahl, das ist ein wunderbares Ostergeschenk. Einen kleinen Pecker hat das Ei allerdings schon - man liegt deutlich hinter dem Traumwert von 27 Prozent der Bundespartei unter Heinz-Christian Strache. Da gleichzeitig die persönlichen Werte von Landesobmann Gerhard Kurzmann empfindlich unter jenen seiner Partei liegen, werden die internen Diskussionen auch nicht gerade weniger. Dass solche geführt werden, geht aus der Umfrage ganz klar hervor: Satte 25 Prozent der FPÖ-Wähler geben an, dass sie von Kurzmann eine "schlechte Meinung" haben. Bei Franz Voves (SPÖ) und Hermann Schützenhöfer (ÖVP) sind das nur elf bzw. neun Prozent der jeweils eigenen Wählerschaft.

Auch zwei Damen gehören zu den "Opfern" der Reformpartnerschaft: Sowohl Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP) als auch Bettina Vollath (SPÖ) haben in ihren persönlichen Werten gegenüber der letzten Befragung verloren. Zwar sind beide immer noch jeweils die klare Nummer zwei in ihrer Regierungsmannschaft - intern wird über die "Kronprinzessinnen" gewitzelt -, aber ihre positiven Images haben eine spürbare Delle bekommen. Die Vermutung liegt nahe, dass ihre Ressorts damit zu tun haben: Vollath sitzt auf den Finanzen, ist also die oberste "Nein-Sagerin", wenn jemand etwas vom Land will. Und Edlinger ist für die Spitäler und den Pflegebereich zuständig, muss also dort massiv sparen und teilweise sogar zusperren.

Logische weitere Nutznießer sind derzeit sowohl Grüne als auch Kommunisten: Mit zehn bzw. sechs Prozent liegen sie klar über ihren letzten Wahlergebnissen. Speziell für KPÖ-Chefin Claudia Klimt-Weithaler ist das überlebensnotwendig: 2015 werden nur noch 48 statt bisher 56 Mandatare im Landtag sitzen, ein Grundmandat also schwerer erreichbar sein. Einige Hundert Stimmen auf oder ab können da das politische Überleben bedeuten. Die Grünen müssen bis dahin ihr umfragetechnisch größtes Problem lösen: Die Landespartei führt der in Wien sitzende Werner Kogler, im Landtag soll die weithin unbekannte Sabine Jungwirth den Laden schupfen. Der gemeine Wähler ist und bleibt bis auf Weiteres orientierungslos.

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