28. November 2014, 19:10 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 05.04.2012 um 21:23 UhrKommentare

Muslimbrüder-Kandidat will Scharia in Ägypten einführen

Khairat al-Shater, der Präsidentschaftskandidat der Muslimbrüder, will bei einem Wahlsieg die islamische Rechtsprechung, die sogenannte Scharia, einführen. Dies sei sein "erstes und endgültiges" Ziel, so der 61-jährige Millionär.

Foto © Reuters

Der Präsidentschaftskandidat der Muslimbrüder, Khairat al-Shater, will die islamische Rechtsprechung, die Scharia, in Ägypten einführen. Dies sei sein "erstes und endgültiges" Ziel, sollte er die für Mai und Juni vorgesehen Wahlen gewinnen, erklärte Shater nach Berichten von Mittwoch bei einer Versammlung einer islamistischen Vereinigung. Es war die erste bekanntgewordene Stellungnahme Shaters, seit er von den einflussreichen Muslimbrüdern überraschend als Präsidentschaftskandidat aufgestellt wurde. Darin versprach er auch, das Innenministerium zu reformieren, das eine führende Rolle bei der Unterdrückung der Opposition gegen den früheren Präsidenten Hosni Mubarak gespielt hatte.

Kein Pakt mit dem Militär

Shater versicherte, dass er mit dem derzeit regierenden Militärrat keinen Deal bezüglich seiner Kandidatur ausgehandelt habe, die am vergangenen Samstag verkündet worden war. Beobachter hatten gemeint, das Antreten Shaters bei der Präsidentschaftswahl könnte Kandidaten zu Gute kommen, die mit dem gestürzten Mubarak-Regime verbunden waren. Durch seine Kandidatur würden die Stimmen für die Islamisten aufgesplittert.

Schleierpflicht für Frauen

Neben Shater wollen noch mindestens drei islamistische Kandidaten antreten. Die chancenreichsten sind Hazem Salah Abu Ismail und Abdel Moneim Abol Fotoh. Der als einflussreich geltende Rechtsanwalt und Salafist Abu Ismail hat für den Fall seines Wahlsiegs angekündigt, alle Frauen in Ägypten zum Tragen des Schleiers zu zwingen. Er würde auch Touristen den Genuss von Alkohol in der Öffentlichkeit verbieten.

Shater gehört der "Religiösen Vereinigung für Rechte und Reformen" an, die eine strenge Auslegung des Islam vertritt. Der Präsidentschaftskandidat versicherte Dienstag Abend, dass er sich für die Bildung eines Gremiums einsetzen werde, dass dem Parlament helfen solle, die Einführung der Scharia zu erreichen. Der 61-jährige Millionär und Geschäftsmann wollte am Donnerstag die für seine Kandidatur nötigen Dokumente vorlegen. Er gilt als aussichtsreichster Bewerber, da die gut organisierten Muslimbrüder hinter ihm stehen, deren Vertreter die stärkste Kraft im Parlament bilden.

Der wachsende Einfluss der Islamisten wird im Westen mit Besorgnis verfolgt. Vor allem wird befürchtet, dass Ägypten das 1978 mit Israel geschlossene Friedensabkommen aufkündigen könnte.

  • Druckbare Version anzeigen
  • E-Mail

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

» Kommentar erstellen

Wir weisen darauf hin, dass dieses Forum nicht moderiert wird. Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (zB Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, etc. sind daher verboten! Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer allenfalls gesperrt. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (zB Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name, Postanschrift und E-Mail-Adresse, jedoch keine Handynummer) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.

Innenpolitik

  • Aktuelle Ereignisse, Hintergründe und Analysen zur heimischen Innenpolitik.

Weltpolitik

  • Aktuelle Entwicklungen, Berichte unserer Korrespondenten, Analysen und Hintergründe zur Außenpolitik.

Südosteuropa

  • Im Fokus: Südosteuropa - aktuelle Entwicklungen, Korrespondenten-Berichte und Analysen.

EU-Special

  • Hintergründe, Korrespondenten-Berichte und aktuelle Ereignisse zum Thema EU.

Der Nahost-Konflikt

  • Der Nahost-Konflikt: Aktuelle Entwicklungen, die Konfliktparteien, die Hintergründe.

100 Jahre 1. Weltkrieg

  • Das große Special zu 100 Jahre Erster Weltkrieg: Interaktive Grafiken, Video-Analysen und Schauplatz-Reportagen aus den ehemaligen Kriegsgebieten.

Wartungsarbeiten

  • >> Liebe User!
    • Auf unserer Website gibt es einige Neuerungen:
    • Die bisherigen Gemeinde- und Bezirksseiten werden durch Regionalportale ersetzt – Sie erhalten hier alle wichtigen Neuigkeiten aus Ihrer Region.
    • Auf der Startseite werden Nachrichten nun in Ressort-Blöcke gegliedert (Sport, Politik etc.) - für einen besseren Überblick.
    • Aufgrund von technischen Umstellungen können wir vorübergehend keine Wetterinformationen und Gewinnspiele anbieten. Die Inhalte werden ehestmöglich wieder bereitgestellt. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

    Weitere Informationen finden Sie HIER. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: feedback@kleinezeitung.at
    Ihr Kleine Zeitung Team