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Zuletzt aktualisiert: 07.08.2012 um 21:03 UhrKommentare

Dustin Hoffman, Schauspieler, im Porträt

Immer voll Arbeitslust, immer auf der Flucht: Dustin Hoffman - Charakterkopf und Dickschädel.

Foto © AP

Vor Zahnarzttermine träume ich oft von Dustin Hoffmann. Genauer: Von jener Szene, in der der ehemalige KZ-Arzt Szell den "Marathon-Mann" mit dem guten Argument sirrender Bohrer dazu zwingen will, auch im übertragenen Sinn das Maul aufzumachen.

Mit dem Thriller um Nazi-Vergangenheit und Diamantendeals hatte Hoffmann 1976 schon etwas mehr erreicht, als er während seines Studiums am Passadena Playhouse College erhofft hatte, nämlich "durch die Schauspielerei viele Mädchen kennenzulernen".

Die Herzen flogen dem Charakterkopf mit dem faltenreichen Lächeln, der in seiner Jugend "als echter Versager" galt, 1967 das erste Mal im Schwarm zu: Die "Reifeprüfung", die er an der Seite von Anne Bancroft und Katherine Ross als College Boy mit Hormonwechselbädern zwischen Nachbarsfrau und -tochter ablegte, war zugleich der Aufnahmetest für die Elitehochschule Hollywood. Von der Hoffman letztlich aber doch immer Abstand hielt; allein die Oscar-Gala, wo er immerhin auch sieben Mal als Nominierter saß und zwei Mal auf den Thron gehievt wurde, betrachtete er als einen "obszönen Schönheitswettbewerb".

Ob als todkranker Kleinganove in "Asphalt Cowboy", als knochendürrer Sträfling in "Papillon", als "Unbestechlicher" im Watergate-Ermittlerduo mit Robert Redford oder als verblüffender Autist in "Rain Man": Der Sohn jüdisch-rumänischer Immigranten erwies sich stets als Perfektionist mit unstillbarer Neugier und Arbeitslust. Aber auch als ausgesuchter Dickschädel: "Ich würde den Oscar sofort hergeben, wenn ich die neun Monate zurückhaben könnte, die ich mit Dustin beim Drehen verbraucht habe", raunte Regisseur Sydney Pollack nach "Tootsie".

"Schauspieler zu sein ist die ultimative Flucht. Du kannst deine geheimsten Phantasien ausleben und vor der schrecklichen Person fliehen, die du vielleicht selber bist", erklärt Hoffman seinen Beruf. Sein liebster Fluchtort aber bleibt die Familie. In zweiter Ehe mit der 17 Jahre jüngeren Anwältin Lisa Gottsegen verheiratet, konnte er auch so viele Mädchen kennenlernen: Vier seiner sechs Kinder sind nämlich Töchter. MICHAEL TSCHIDA

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