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Zuletzt aktualisiert: 02.04.2012 um 21:31 UhrKommentare

"Irgendwie fühlen wir uns geehrt"

Lukas Plöchl und Manuel Hoffelner alias Trackshittaz im Interview über ihren "Popo"-Text und ihre Zukunftspläne.

Foto © APA

W elche Frage mussten Sie seit dem Sieg beim Song-Contest-Vorentscheid am häufigsten beantworten?

MANUEL HOFFELNER: Womit rechnet ihr in Baku? Unsere Antwort ist dann immer die gleiche. Wir können nicht rechnen, wir sind keine Mathematiker. Wir werden einfach alles geben - und schauen, was rauskommt.

LUKAS PLÖCHL: Primär sollte man sich eher darüber Gedanken machen, wie die Show in Baku richtig geil werden kann. Auf der Bühne haben wir nur drei Minuten Zeit, aufzufallen.

Für "Woki mit deim Popo" mussten Sie auch viel Kritik einstecken. Wie sexistisch sind Textzeilen wie "Aussa mit de Depf"?

PLÖCHL: Ich spiele die Diskussion gerne mit, die Kritik hat für mich aber keine Berechtigung. Wir wollen Spaß und nicht den Sinn des Lebens vermitteln.

HOFFELNER: Bei englischen Liedern lassen viele auch einfach die Musik wirken und versuchen nicht, jedes Wort zu übersetzen. Bei "Hangover" von Taio Cruz etwa beschwert sich keiner, dass da "Ich muss saufen, saufen bis zum Kotzen" gesungen wird.

Steckt bewusste Provokation hinter dem Lied?

PLÖCHL: Ich finde, wir provozieren nicht einmal. Ich brauche nur reden, wie mir der Mund gewachsen ist, und werde schon kritisiert. Irgendwie fühlen wir uns geehrt, zu so einem Thema zu werden, ohne jemanden umgebracht oder Steuern hinterzogen zu haben.

Was ist die Botschaft Ihrer Song-Contest-Nummer?

HOFFELNER: Die Message lautet: Abschalten, Party machen und gute Laune haben! Beweg' deinen Popo und suder nicht immer herum!

Pläne, den Text zu ändern?

PLÖCHL: Nur weil sich ein paar Leute aufregen? Wenn wir damit gegen das Reglement der Eurovision verstießen, wäre das etwas anderes.

Ist es ein Vorteil oder Nachteil, dass der Großteil des Publikums den Text nicht verstehen wird?

PLÖCHL: Vielleicht haben wir einen gewissen Exotenbonus. Auch wenn den Text keiner versteht, ist der Sound eingängig. Wir haben uns für Mundart entschieden, weil wir das gerne machen und können.

Haben Sie Angst vor einem letzten Platz?

HOFFELNER: Dann würden die Leute wenigstens über uns reden. Das würde uns nicht so treffen wie irgendeinen 08/15-Künstler, der nur darauf ausgerichtet ist.

PLÖCHL: Wir haben so ein atypisches Image, das uns ohnehin keiner kaputtmachen kann.

Gibt es eine klare Rollenverteilung? Der exaltierte Plöchl als Nummer eins, Hoffelner im Hintergrund?

PLÖCHL: Würden wir beide so herumhüpfen wie ich, würde das nicht funktionieren. Wir brauchen einen Coolen, der nicht nur Gas geben will. Das ist eben er.

HOFFELNER: Ich habe mir die Rolle ja quasi selbst zugeteilt. Das ist eine Charaktersache, so wie wir eben sonst auch sind. Auf der Bühne bringt das mehr Dynamik.

PLÖCHL: Wir sind beide sehr wettbewerbsorientiert. Auch wenn unsere Performance lustig ist, steckt viel Ernsthaftigkeit und Fokus dahinter. Mein Vorbild in dieser Kombination zwischen ernst und lustig ist Stefan Raab.

Was passiert, wenn der Mühlviertler Schmäh nicht mehr funktioniert?

PLÖCHL: Wir schreiben alles selbst und können beeinflussen, wie wir uns weiterentwickeln. In zwei Jahren freut uns das, was wir jetzt machen, vielleicht nicht mehr. Wenn wir eine Ballade machen oder tiefgründig werden wollen, dann machen wir das.

Lukas, Ihr Vater stammt aus China. Wäre es irgendwann denkbar, in China musikalisch durchzustarten?

PLÖCHL: Ich könnte es mir schon vorstellen. Aber jetzt zählt der Song Contest und dann die Solo-CD im Herbst, auf der vielleicht schon eine chinesische Nummer oben ist. Ich bin ja ein sehr heimatverbundener Mensch, meine Heimat ist eben das Mühlviertel, aber auch China.

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