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Zuletzt aktualisiert: 01.02.2013 um 11:07 UhrKommentare

Erst ab Sommer sinkt Arbeitslosigkeit

Das Winterwetter und die schwache Konjunktur haben die Zahl der Arbeitslosen nach oben schnellen lassen. Die Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen ist per Ende Jänner im Vergleich zum Dezember um 6,4 Prozent. Stärkster Anstieg in Oberösterreich und der Steiermark.

Foto © Fotolia: joachim_wendler

Fast 411.000 Menschen in Österreich sind laut aktueller Arbeitslosenstatistik ohne Job. In der Steiermark sind es mittlerweile fast 50.000. Die erhoffte Entspannung lässt also weiterhin auf sich warten. Dass parallel zur steigenden Arbeitslosigkeit auch die Beschäftigtenzahlen - zumindest leicht - steigen, ist derzeit nur ein schwacher Trost. Bundesweit stieg die Zahl der unselbstständig Beschäftigten auf mehr als 3,3 Millionen, in der Steiermark auf 466.000.

Die Situation erscheint kurios. In Österreich wird breit über den Höchststand an Arbeitslosen berichtet. Doch zahlreiche Medien aus dem Ausland, vor allem aus Südeuropa, fragen im AMS in Wien an, wie Österreich "das Jobwunder" schafft, weil Österreich seit vielen Monaten die niedrigste Arbeitslosenquote in Europa aufweist.

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung war im Jänner mit 9,1 Prozent höher als in der Wirtschaftskrise 2009/10. Und sie ist die dritthöchste seit 1946. Im Jänner 2006 stand die Quote bei 9,3 Prozent, im Jänner 1997 bei 9,2 Prozent. Die 411.000 Arbeitslosen bundesweit sind ebenfalls ein Rekordwert seit 1946, erklärt AMS-Sprecherin Beate Sprenger.

Die Gründe für das kräftige Plus bei der Arbeitslosigkeit liegen vor allem in der schwächelnden Konjunktur, aber auch in der wetterbedingt hohen Arbeitslosigkeit im Bausektor.

Dazu kommt ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit in Gesundheits- und Pflegeberufen und, was von der Zahl der Unternehmen stark ins Gewicht fällt, in den produzierenden Unternehmen. Davon sind vor allem die industriell stark aufgestellten Bundesländer Oberösterreich (9,5 Prozent mehr vorgemerkte Arbeitslose) und Steiermark (plus 7,3 Prozent) betroffen.

Warten auf Trendwende

Impulse, die die Arbeitslosigkeit in Österreich eindämmen könnten, bleiben noch aus. Zwar zeigen die jüngsten Umfragen in den Betrieben, dass die Unternehmen neue Arbeitskräfte einstellen wollen, aber nicht sofort, meist in zwei, drei Monaten. Bis dahin wird die Arbeitslosigkeit nicht mehr so stark steigen, ist der Chef des steirischen AMS, Karl-Heinz Snobe, überzeugt, aber "die Sockelarbeitslosigkeit hält sich hartnäckig".

Den Höhepunkt in der Arbeitslosigkeit sieht Snobe erreicht.

Ein Indikator dafür sei, dass sich die Auftragslage bei den Leiharbeitsfirmen stabilisiert habe, "dort werden kaum noch Mitarbeiter abgebaut". Mit einer Entspannung der Lage rechnet Snobe zur Jahresmitte. Anzeichen liest er aus Gesprächen mit Firmen ab, "die die Auftragslage in steigender Zahl positiv bewerten".

Die Zuversicht gelte insbesondere im produzierenden Sektor, der im Dezember und Jänner unverhältnismäßig stark Personal freigesetzt hat. Auch dieser Zug scheint gestoppt zu sein. Und vor allem: "Uns liegen keine Vorwarnungen für größere Entlassungswellen vor", erklärt Snobe.

Auch im Bausektor sollte ab März, oder wenn es warm genug wird, vielleicht schon früher, die rapide gestiegene Arbeitslosigkeit zurückgehen. Dass Baufirmen die Einstellungszusagen aufschieben, meint Snobe, werde kaum eintreten, es gebe auf dem Bau keine Anzeichen für Auftragseinbrüche. Der AMS-Chef tut sich derzeit schwer, Bereiche zu nennen, in denen in den nächsten Wochen mit steigender Nachfrage nach Arbeitskräften zu rechnen ist, "am ehesten in der Produktion". Ein Stellenaufbau würde sich positiv auf Zulieferbetriebe auswirken. Aber vorerst bleibt nur übrig, auf bessere Zeiten zu warten.

In der Steiermark kommt jeder fünfte Arbeitslose aus Produktionsbetrieben, jeder vierte vom Bau. Bis Arbeitslose einen Job gefunden haben, dauert es wieder länger, derzeit durchschnittlich 92 Tage, um zwölf Tage mehr als vor einem Jahr. Eine Ursache liegt im geringen Angebot offener Stellen, aktuell 2690 Stellenangebote sind um fast ein Viertel weniger als im Jänner 2012.

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