26. November 2014, 17:19 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 21.01.2013 um 21:16 UhrKommentare

Arbeitszeit: Gewerkschaft will Überstunden reduzieren

Gewerkschaften halten wenig von flexibleren Arbeitszeiten, wie sie die Industrie und Wirtschaftsminister fordern.

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Die Gewerkschaften Pro-Ge und GPA-djp halten nichts vom Vorstoß von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (V) für flexiblere Arbeitszeiten mit längeren Durchrechnungsmöglichkeiten und längeren Tageshöchstarbeitszeiten. "Diese Vorschläge sind weder familienfreundlich noch bedeuten sie eine sinnvolle Flexibilisierung. Fakt ist, dass Österreich bei langen Arbeitszeiten im absoluten Spitzenfeld in Europa liegt", so Pro-Ge-Vorsitzender Rainer Wimmer und der stellvertretende GPA-djp-Geschäftsführer Karl Proyer am Montag in einer Aussendung.

Umdenken in Richtung kürzere Arbeitszeiten

Viel mehr müssten die regelmäßigen Überstunden reduziert werden, "um die Beschäftigung in Österreich zu erhöhen". Das gehe nur, wenn Überstunden für Arbeitgeber teurer würden, um deren Attraktivität zu senken. Es sei Zeit für ein Umdenken in Richtung kürzere Arbeitszeiten.

Bei den Flexibilisierungswünschen der Arbeitgeber gehe es nicht ums Abdecken von Arbeitsspitzen, sondern um die Kosten regelmäßiger Überstundenleistungen der Beschäftigten. Unter dem "Vorwand" der Flexibilisierung sollten die Überstunden für die Wirtschaft billiger gemacht werden, vermuteten die Gewerkschafter, was für die Arbeitnehmer längeres Arbeiten für weniger Geld bedeute. "Dies ist weder unter wirtschaftlichen noch unter gesundheitlichen Aspekten sinnvoll. Lange Arbeitszeiten machen krank und verhindern, dass mehr Leute in Beschäftigung kommen", meinten Wimmer und Proyer.

Überstunden für Wirtschaftskammer teuer genug

Für die Wirtschaftskammer (WK) ist die Arbeitszeitflexibilisierung - Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (V) will längere Durchrechnungsmöglichkeiten und längere Tageshöchstarbeitszeiten - "im Interesse von Wirtschaft und Beschäftigten", so Martin Gleitsmann, Leiter der WK-Abteilung Sozialpolitik. Weltweit habe sich das Just-in-Time-Konzept in Logistik, Produktion und Distribution durchgesetzt; also "muss sich auch Österreich fortentwickeln, um als Standort wettbewerbsfähig zu bleiben", sagte Gleitsmann am Montag in einer Aussendung.

Die Möglichkeit einer längeren Durchrechnung sei generell wichtig, die Lockerung der Tageshöchstarbeitszeit von zehn Stunden für Projektarbeiten ebenfalls. Überstunden, deren Verteuerung die Gewerkschaft für mehr Jobs forderte, seien in Österreich schon ohnehin teuer, vor allem im Vergleich zum Ausland. Also solle "im Sinne der Sicherung der hohen Beschäftigung in Österreich" weitere Flexibilisierungsschritte diskutiert und umgesetzt werden, so Gleitsmann.

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