24. November 2014, 14:56 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 08.05.2012 um 13:38 UhrKommentare

Erster Job, neuer Rhythmus

Foto © APA

Montags zwei Stunden Vorlesung, mittwochs den ganzen Tag in der Bibliothek, freitags frei, am Wochenende Blockseminar - der Studentenalltag ist unstet. Im Berufsleben ist schlagartig alles anders. So kommen Studenten schneller in den neuen Rhythmus.

Für Uni-Absolventen ist der streng geregelte Tagesablauf des ersten Jobs oft eine große Umstellung. Das gilt vor allem, wenn sie eine klassische Fünf-Tage-Woche mit den typischen Büroarbeitszeiten von 9.00 bis 17.00 Uhr haben. Um sich daran zu gewöhnen, sollten sich Studenten etwa einen Monat lang Zeit lassen, sagte Sigrid Engelbrecht, Zeitmanagement-Coach aus Berlin, dem dpa-Themendienst. "Sie sollten sich keinen Kopf deswegen machen, sondern wissen: Das braucht Zeit."

Wer sich zum Beispiel abends im Bett zum Einschlafen zwingen will, weil er ja morgens früh raus muss, der schläft so sicher nicht ein. Beruhigender sei es, sich zu sagen, dass sich der Mensch einen neuen Rhythmus antrainieren kann. Etwa 21 bis 28 Tage brauche er, um eine neue Gewohnheit zu etablieren.

Hilfreich sei es, sich vor dem anfangs ungewohnten Arbeitstag einen entspannten Morgen zu bereiten. "Früh aufstehen, um die Zeit vor der Arbeit in Ruhe verbringen zu können", riet Engelbrecht. Wer in seiner Anfangszeit - wie vielleicht noch aus Unizeiten gewohnt - morgens alles auf den letzten Drücker macht, verpasst eventuell die Gelegenheit für einen guten Start ins Berufsleben. "Die Chance, sich von Anfang an neu einzutakten, sollte man nutzen."

Tagsüber könnten kleine Pausen dabei helfen, die ungewohnten Abläufe besser zu meistern. "Das muss keine Viertelstunde sein", sagte Engelbrecht. Es reiche schon, zwischen zwei Aufgaben bewusst durchzuatmen, mit einer netten Kollegin zu plauschen, ans Fenster zu gehen oder sich einen Kaffee zu holen.

Der eng getaktete Tagesablauf muss keine Verschlechterung gegenüber dem freieren Unialltag sein. Arbeit und Freizeit seien deutlicher voneinander getrennt, erklärte Engelbrecht. "Man muss sich bewusst machen, dass man - mehr als bisher - einen Bereich 'Arbeit' hat, der einen Anfang und ein Ende hat." In harten Prüfungsphasen pauken Studenten unter Umständen bis in die Nacht. Im Beruf ist meist nach acht Stunden Schluss, und der Abend gehört ganz den Freunden, der Lieblingsserie oder dem Sport. So klar definierte Freizeit zu haben, sei ein stabilisierender Faktor im Leben und damit ein Gewinn.

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