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Zuletzt aktualisiert: 19.07.2013 um 20:33 UhrKommentare

"Der Applaus des Publikums ist unser Lohn"

Aufregung, Vorfreude und Erleichterung liegen bei einer Theaterpremiere nahe beieinander. Die Kleine Zeitung schaute den Akteuren vor und nach der Premiere auf der Heunburg zu.

Foto © KLZ/Traussnig

Schon lange, bevor am Donnerstag die Schauspieler zu den letzten Vorbereitungen für die abendliche Theaterpremiere zum Stück "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" eintrudeln, ist Regieassistentin Veronika Kopeinigg am frühen Nachmittag vor Ort - als Erste auf der Heunburg. "Requisiten prüfen, Kostüme ordnen, Tee kochen und die Flaschen damit auffüllen, da im Stück ja sehr viel ,Alkohol' getrunken wird", sagt die Villacherin. Ein kaputter Staubsauger, an einem Ort wie diesem eine logistische Herausforderung, macht ihr zu schaffen.

Bühnenarchitekt Elias Molitschnig und Lichtdesignerin Doris Umile treffen wenige Stunden später ein. "Eigentlich ist unsere Arbeit schon getan. Trotzdem feilen wir noch bis zum Schluss an Kleinigkeiten", sagt der Bühnenbildner. Am Lichtpult sitzt Techniker Harald Ronjak, der sämtliche elektronischen Geräte, den Sicherungskasten und die Funktion der Scheinwerfer überprüft.

Die Aufregung wächst

Um 19 Uhr erklimmen bereits die ersten Gäste den Burgberg, um bei Sonnenuntergang in Ruhe ein Glas Wein zu genießen. Hinter den Burgmauern, wo die Schauspieler gerade in der Maske vorbereitet werden, wächst hingegen die Aufregung. Friseurin Sandra Schluga verpasst dort den Mimen den letzten Schliff: "Am Premierentag weise ich die Schauspieler ein. Ab den nächsten Vorstellungen machen sie Maske und Frisuren selbst", sagt Schluga. Ein letztes Mal wird pedantisch geprüft, ob alle Requisiten auf ihren Plätzen liegen. "Dann sprechen wir kurz Szenen an, versuchen zur Ruhe zu kommen. Aber man hat Lampenfieber, ganz klar", sagt Christa Pillman, die die Hauptrolle der Martha spielt.

Premierengeschenke

Dann werden die Premierengeschenke ausgetauscht. "Das sind witzige, stück- und probenbezogene Glücksbringer. Diesmal waren es Wasserpistolen, viele Süßigkeiten und Windeln, da wir während des Stücks ständig trinken", erläutert Schauspieler und Theaterdirektor Andreas Ickelsheimer. Er spielt auf den Umstand an, dass sich die Toiletten außerhalb der Burgmauern befinden und es während der Vorstellung auch für Zuschauer keinen Weg nach draußen gibt.

Die Schauspieler umarmen sich, wünschen sich gegenseitig alles Gute und spucken sich drei Mal über die Schulter, denn auch das soll Glück bringen. Dann wird es schließlich ernst. Durch eine Klappe inmitten der Bühne, dem einzigen Eingang, betritt Regisseur Ronald Pries als Letzter das Theater. Erwartungsvoller Applaus schlägt ihm entgegen, dann wird es dunkel und mucksmäuschenstill. "In dem Moment, in dem die Vorstellung beginnt, fällt alle Nervosität ab", sagt Schauspielerin Ulrike Bieler.

Schlussapplaus beflügelt

Der begeisterte Applaus am Ende der Aufführung beflügelt die Schauspieler und das ganze Team. Auch der Regisseur ist zufrieden. "Jede Premiere ist ein Nervenkitzel und für uns auch immer eine Existenzfrage, wie das Publikum reagiert", sagt Pries. Beim gemütlichen Lagerfeuer im Anschluss holen die Schauspieler erste Reaktionen ein, denn "Applaus und Wertschätzung sind unser Lohn", sagt Ickelsheimer.

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Die Heunburg

  • Das Stück. Bis 24. August ist "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" von Edward Albee zu sehen. Termine fürs Stück und die weiteren Veranstaltungen und Karten: www.heunburg-theater.at, 0650/762 43 95.

    Auf der Bühne. Christa Pillman (Martha), Ulrike Bieler (Honey), Matthias Friedrich (George), Andreas Ickelsheimer (Nick).

    Hinter der Bühne. Regie: Ronald Pries, Bühne/Licht: Elias Molitschnig, Doris Umile. Regieassistenz: Veronika Kopeinigg. Maske: Sandra Schluga. Technik: Harald Ronjak. Marketing: Sylvia Wernegger.

    Burgtheater. Seit 1995 wird auf der Heunburg Theater gespielt, zuerst von k.l.a.s. ("Wojzeck", "Wunschloses Unglück") seit 2011 vom Heunburgtheater von Ronald Pries und Theaterdirektor Andreas Ickelsheimer.

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