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Zuletzt aktualisiert: 08.09.2012 um 23:12 UhrKommentare

Kaum jemand sagt "Jörg Haider-Brücke"

Der Lack auf dem Schild bei der "Jörg Haider-Brücke" ist ab. Viele wollen die Vereinnahmung nicht und möchten auf der neuen Draubrücke bei Lippitzbach den ursprünglichen Namen sehen.

Foto © Budai

Rinkenberg, nächstgelegenes Dorf an der 2005 eröffneten Draubrücke bei Lippitzbach - seit 25. Jänner 2009 auf "Jörg Haider-Brücke" umbenannt. Fragt man im Dorfwirtshaus "Nada", wie die Brücke im allgemeinen Sprachgebrauch genannt werde, lautet die Antwort spontan: "Lippitzbach-Brücke." Die Benennung nach dem ehemaligen Landeshauptmann hat auch nach fast vier Jahren in der Region kaum Niederschlag gefunden. Jakob Rupitz, Wirt der Fischerdiele in Lippitzbach: "Jeder sagt Lippitzbach-Brücke, der Ort heißt ja so."

Drehen wir die Zeit zurück: In der Nacht des 11. Oktober 2008 kam Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider, alkoholisiert und mit stark überhöhter Geschwindigkeit bei einem Autounfall in Lambichl ums Leben. Sein Nachfolger Gerhard Dörfler (FPK) verfügte als Straßenbaureferent im Jänner 2009 im Alleingang als posthumes Geburtstagsgeschenk an seinen Vorgänger die Umbenennung in "Jörg Haider-Brücke".

Kritik aus der Bevölkerung

Kritik kam vor allem aus der Bevölkerung und von den Grünen. Die Sozialdemokraten samt ihren roten Bürgermeistern in Bleiburg und Ruden wollten mitten im Wahlkampf vor der Landtagswahl am Thema nicht anstreifen und gingen auf Tauchstation. Die am 25. Jänner 2009 im Rahmen eines Festaktes montierten Schilder wurden übrigens eine Woche später von Unbekannten entfernt.

Mittlerweile sind in Kärnten ungeahnte Sümpfe des Systems Haider aufgebrochen. "Als sichtbares Zeichen der Abrechnung mit der Haider-Zeit", fordert der Zweite Landtagspräsident Rudolf Schober (SPÖ) eine Umbenennung der "Jörg Haider-Brücke" und findet damit durchaus Zustimmung in der Bevölkerung. Nicht so in den eigenen Reihen: Bleiburgs Bürgermeister Stefan Visotschnig - er selbst nennt die Brücke "Lippitzbach-Brücke" - sagt, ihm sei es "egal, wie die Brücke heißt". Immerhin habe man Haider "die Brücke und den Aufschwung zu verdanken". Sein Rudener Amtskollege Rudolf Skorjanz: "Für mich war es immer die Lippitzbach-Brücke." Mehr wolle er dazu nicht sagen.

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