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Zuletzt aktualisiert: 12.05.2012 um 21:38 UhrKommentare

Das Loibacher Feld in kroatischer Hand

8000 Menschen gedachten in Bleiburg jener Kroaten, die Ende 1945 an Tito-Partisanen ausgeliefert wurden. Zum 67. Mal fand die Gedenkfeier statt.

Wie alljährlich am Muttertags-Wochenende war das Loibacher Feld/Lobie in Bleiburg auch am Samstag fest in kroatischer Hand. Nach Polizeischätzungen gedachten bei brütender Hitze rund 8000 Kroaten jener Landsleute, die Ende des Zweiten Weltkrieges im Süden Kärntens an jugoslawische Kommunisten ausgeliefert und ermordet worden sind. Über die Zahl der Opfer gibt es unterschiedliche Angaben. Es dürften jedoch rund 150.000 Menschen gewesen sein, die im kärntnerisch-slowenischen Grenzgebiet und später in kroatischen Lagern den Tod gefunden haben.

Die neue links-liberale Regierung in Zagreb will mit den nationalistischen Umtrieben nichts zu tun haben und hat erst unlängst beschlossen, künftig für die Gedenkfeier in Bleiburg nicht mehr den Ehrenschutz zu übernehmen. Das bedeutet, dass die Kundgebung auch nicht mehr finanziell unterstützt wird. In früheren Jahren hatte die kroatische Regierung sogar Busse finanziert, mit denen die Nachfahren der Opfer von Kroatien nach Kärnten gebracht wurden.

Die Gedenkprozession von der Ortspfarrkirche zur Gedenkstätte auf dem Loibacher Feld wurde von zahlreichen Geistlichen und Ordensleuten angeführt, an der Spitze der Bischof von ibenik, Ante Ivas. Zuvor hatte Franziskanerpater Josip Bebi am Grabstein auf dem Loibacher Feld seiner Vorfahren gedacht, die beim "Massaker von Loibach" ums Leben gekommen waren.

Die kroatischen Veranstalter hatten mit eigenen Sicherheitsleuten dafür gesorgt, dass es zu keinen nationalistischen Auswüchsen bei der Gedenkveranstaltung kam. In der Menge der Teilnehmer waren zwar kurz geschorene Männer mit einschlägigen Parolen auf ihren T-Shirts zu sehen, sie verhielten sich bei der Kundgebung jedoch ruhig.

Das "Massaker von Loibach" ist in Kroatien wieder ein Thema. Die Tageszeitung "Vecernji List" (Styria Media Group) hat dieser Tage das Buch des Kärntner Historikers Thomas Rulitz mit dem Titel "Die Tragödie von Bleiburg und Viktring" in einer kroatischen Übersetzung herausgegeben. Anhand von Dokumenten identifizierte Rulitz 100 kroatische Opfer in Kärnten. Die Auflage beträgt 8000 Stück.

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Massenmorde

  • Untersuchung. Erst seit wenigen Jahren werden die Vorgänge um die Massenmorde der jugoslawischen Kommunisten wissenschaftlich untersucht. Bis dato sind allein in Slowenien 600 Massengräber erfasst. Kein einziges Grab ist als Kriegsgräberstätte gestaltet.

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