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Zuletzt aktualisiert: 11.05.2012 um 21:20 UhrKommentare

Kroatien stellt Geldfluss für Gedenkstätte ein

Auf dem Bleiburger Feld gedenkt man am Samstag wieder jener Menschen, die Ende 1945 an kommunistische Partisanen ausgeliefert wurden.

Foto © KLZ/Katz-Logar

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurden etwa 150.000 Menschen, darunter Kroaten, Serben, Montenegriner und Slowenen, die gegen die neuen Machthaber gekämpft hatten, aber auch Zivilisten ausgeliefert. In Kroatien sind diese Ereignisse noch immer ein Thema, das die politischen Parteien spaltet. So hat die seit Dezember regierende Mitte-Links-Koalition jüngst mit ihrer Mehrheit beschlossen, dass das Parlament den Ehrenschutz über die Gedenkfeier in Bleiburg nicht mehr übernehmen wird. Beschlossen wurde auch, die Finanzierung der Gedenkstätte in Bleiburg im Ausmaß von 60.000 Euro ab 2013 einzustellen.

Als schändlich werteten den Beschluss die ehemalige konservative Ministerpräsidentin Jadranka Kosor und die katholische Kirche. Die Gedenkstätte besuchen nicht nur Hinterbliebene, Nachkommen oder Sympathisanten der faschistischen Ustaa-Bewegung. Auch der sozialdemokratische Staatspräsident Ivo Josipovic und der nunmehrige sozialdemokratische Ministerpräsident Zoran Milanovic waren in Bleiburg. Vor mehr als zehn Jahren übernahm das Parlament den Ehrenschutz.

Unabhängig davon besteht noch immer eine Spaltung entlang der Linie Jasenovac-Bleiburg. Das KZ Jasenovac gilt als Synonym für die Massenmorde des faschistischen Ustaa-Regimes im Zweiten Weltkrieg, Bleiburg ist das Symbol für den Massenmord der siegreichen Partisanen unmittelbar bei Kriegsende und danach. Dass dieses Thema die Öffentlichkeit bewegt, zeigt der Umstand, dass die zum Styria-Verlag gehörende Tageszeitung "Veernji List" das Buch des Kärntner Historikers Florian Thomas Rulitz "Die Tragödie von Bleiburg und Viktring" in einer kroatischen Übersetzung auf den Markt gebracht hat.

Rulitz hat etwa 100 kroatische Opfer in Kärnten identifiziert, die auf den neuen Friedhof bei der Gedenkstätte in Bleiburg umgebettet werden sollen. Doch auch in Kroatien macht die Aufarbeitung der Vergangenheit abseits der Politik Fortschritte. So wird das kroatische Institut für Geschichte eine Datenbank mit den Namen von 400.000 Personen online stellen, die im Zweiten Weltkrieg in Kroatien umgekommen sind oder ermordet wurden.

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