26. November 2014, 18:31 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 14.02.2011 um 20:59 UhrKommentare

Medizin auf dem Diagnose-Prüfstand

Der Tod eines Kindes und übersehene Wirbelbrüche verunsichern Patienten. Ob zu Recht oder nicht: Die Medizin hat Verbesserungspotenzial.

Foto © KLZ/Koscher

Zwei medizinische Ereignisse beunruhigen die Patienten in Kärnten: der Tod einer Schülerin auf einer Intensivstation des Klinikums Klagenfurt und ein im Krankenhaus St. Veit übersehener Halswirbelbruch, der später im UKH Klagenfurt entdeckt wurde. Beide Fälle werden untersucht, in beiden Fällen kann sich die Unschuld der Ärzte herausstellen. Sowohl UKH-Primar Nikolaus Schwarz als auch Patientenanwalt Erwin Kalbhenn bestätigen, dass man Brüche auf Röntgenfotos nicht immer erkennen kann. Und ob man eine untypische Herzerkrankung diagnostizieren muss, ist auch fraglich.

Unabhängig vom Ergebnis staatsanwaltschaftlicher Untersuchungen zeigt die Diskussion Verunsicherung und Misstrauen der Patienten - obwohl hunderttausende Behandlungen gut verlaufen, Schmerzen mildern, Gesundheit und Leben retten.

"70 Prozent der Vorwürfe durch Kommunikationsfehler"

In Deutschland spitzt sich eine Diskussion zu, deren Themen Patientenanwalt Kalbhenn seit Monaten vorträgt: "70 Prozent der Vorwürfe über Fehler und Falschbehandlungen werden durch Kommunikationsfehler zwischen Patienten und Ärzten ausgelöst." Das Magazin "Der Spiegel" liefert Hinweise, dass immer mehr Medizingeräte und Spezialisten bei immer weniger Zeit für Patienten die Gefahr von Fehldiagnosen erheblich verstärken.

"Patienten sind die besten Experten für ihren Körper, weil sie einen 7. Sinn für Veränderungen haben", plädiert Kalbhenn für "Geduld, Zuhören und Ernstnehmen auch im Umgang mit schwierigen Patienten". Zugleich konstatiert der früher selbst erfolgreiche Mediziner, dass Ärzte dazu neigen, ihre Fehler zu verdrängen. "Dabei würde der offene Umgang mit eigenen Irrtümern das Verhältnis zwischen Patienten und Ärzten entkrampfen" - und Misstrauen abbauen.

Sollten die Eltern des toten Mädchens zu ihm kommen, würde er ihnen dabei helfen, eine neutrale Beurteilung der Dokumente durch einen Fachmann zu erhalten. "Darauf haben sie Anspruch."

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