23. November 2014, 16:05 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 01.02.2012 um 05:10 UhrKommentare

Englische Neonazis haben Kärntner Schüler im Visier

Schulsprecherin erhielt NS-Propaganda aus England. Demnach sei Anne Franks Tagebuch eine Fälschung und Auschwitz kein Vernichtungslager gewesen.

Foto © Privat

Martina Tiwald ist stellvertretende Landesschulsprecherin und "nie und nimmer Neonazi". Deshalb ist sie besonders empört über die Post, die vor Kurzem im Gymnasium Tanzenberg auf sie wartete. "Ein dicker Brief, der keinen Absender hatte und an die Schülervertretung des BG Tanzenberg und namentlich an mich gerichtet war." Sie öffnete den Brief und war "schockiert": "In dem Material von Castle Hill Publishers stand, dass es sich bei dem ,Tagebuch der Anne Frank' um eine Fälschung, ein Propagandamittel handele und im Endeffekt erlogen sei." Ein Sticker verkündet, dass Auschwitz ein schrecklicher Ort, aber kein Vernichtungslager gewesen sei. Auf einem Zettel zwischen den Symbolen für Islam und Judentum ist geschrieben: "Heute sind wir tolerant - morgen fremd im eigenen Land." Und als Zeuge für die "Holocaust-Lüge" führen die englischen Neonazis ausgerechnet Irans Präsidenten Ahmadinedschad an. Abgerundet wird das Ganze mit einem adressierten Rückumschlag, falls man "regelmäßig Bücher bestellen" will.

"Erschreckend"

Martina Tiwald hält es für eine "bodenlose Frechheit", diese Post an Schulen zu schicken: "Das ist deshalb so erschreckend, da man eigentlich das Gefühl hat, von dieser rechtsradikalen, neo-nationalistischen Bewegung nicht betroffen zu sein, als wäre das so weit weg. Und dann erwartet einen so ein Brief!"

Zudem stellt sich die Frage, wie der rechtsradikale Verlag zu den Daten von Martina Tiwald gekommen ist. "Man fängt an nachzudenken, wo und wie die Infos abgefangen worden sein könnten. Das ist ein beunruhigendes Gefühl."

Tiwald und Landesschulrats-Vize Rudi Altersberger wollen andere Schülervertreter vor ähnlicher Post warnen. Altersberger: "Eine Katastrophe, dass es auch jetzt noch Holocaust-Leugner gibt, die unsere Schüler manipulieren wollen!"

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