20. Dezember 2014, 02:35 Uhr | Aktualisiert vor - min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 09.05.2012 um 20:30 UhrKommentare

Kammer als Schutzhaus für Beschäftigte

Mit Rat und Tat steht das Team der Bezirksstelle der Arbeiterkammer den Arbeitern, die Hilfe suchen, zur Seite. Die Zahl derer steigt jährlich kontinuierlich an.

Foto © AK Tirol

"Wer die Anliegen der Bezirke nicht respektiert, hat in der Landespolitik nichts verloren." Eindrucksvoll legte Tirols Arbeiterkammer-Präsident (AK) Erwin Zangerl seine Sicht der Dinge im Beisein von Bezirkschef Wilfried Kollreider sowie den Kammerräten Walter Hofer und Manuela Schober den Medienvertretern offen. Die Belastungen für die Menschen in der Arbeitswelt seien kontinuierlich im Wachsen, der Druck schnelle permanent in die Höhe. Die Beratungszahlen von Arbeitern in der Bezirkskammer Lienz, die Rat und Hilfe suchten, würden dies eindrucksvoll belegen.

"Auch 2011 war von einem großen Andrang auf unsere Beratungsinstitutionen gekennzeichnet", sagt Kollreider. Die Palette sei breit gefächert - von Arbeits-, Steuer- und Insolvenzrecht bis zur Vertretung am Arbeitsgericht. In Summe waren es im Jahr 2011 6278 Beratungen, von den neu und abgeschlossenen Interventionen konnte die Kammer insgesamt 559.000 Euro für ihre Klienten eintreiben. Kollreider: "Von den 22 Fällen am Arbeitsgericht mit einem Streitwert von 70.400 Euro haben wir alle positiv abgeschlossen." In diesem Zusammenhang verwies Zangerl auf umstrittene Pläne aus dem Justizministerium, die Bezirkstage des Arbeitsgerichtes abzuschaffen und nach Innsbruck zu verlegen. Zangerl: "Damit der Richter in Innsbruck bleiben kann und dafür an die 30 Beteiligten von Lienz in die Landeshauptstadt fahren müssen." Mit einem Antrag bei der 160. Vollversammlung der AK am Donnerstag in Innsbruck will er die Abschaffung der Gerichtstage in Arbeits- und Sozialrechtssachen in Lienz, Kufstein und Reutte verhindern.

Kredite ohne Beratung

Aber nicht nur im Streit um verlorene Jobs und aushaftenden Löhnen will die Kammer in Zukunft als Schutzhaus für Unselbstständige gelten. Mobbing, zweifelhafte Dienstverträge, Burn-out-Syndrom würden in Osttirol an der Tagesordnung stehen. Kollreider: "So stellt eine Friseurkette ihre Mitarbeiterinnen mit deutschen Dienstverträgen ein - rechtlich ist das unzulässig." Oder eine Schülerin absolviert ein Pflichtpraktikum bei einem Bekleidungsunternehmen. Zangerl: "Letztlich wird ihr nach drei Wochen jegliche Entlohnung vorenthalten." Von einer Nichtanmeldung bei der Gebietskrankenkasse ganz zu schweigen. Zangerl: "Es gibt wenige schwarze Schafe, aber die haben es in sich." Schließlich kamen Hilfesuchende, die Frankenkredite beim Hausbau ohne Beratung erhielten. Der AK gelang es die Bank zu überzeugen, auf insgesamt 278.000 Euro zu verzichten.

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Wilfried Kollreider, Leiter der Arbeiterkammer Lienz, über aktuelle Fragen im Bezirk

Kleine Zeitung

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