29. November 2014, 09:38 Uhr | Aktualisiert vor 2 min | Als Startseite
Zuletzt aktualisiert: 01.05.2012 um 21:33 UhrKommentare

"Schock sitzt noch immer tief"

Nach tödlichem Bergdrama in Osttirol sind viele Fragen zum Unfallhergang offen. Staatsanwaltschaft ermittelt, ein Verletzter wurde aus Spital entlassen.

Foto © Brunner Images

Auch drei Tage nach der tödlichen Tragödie bei einer Hubschrauberbergung auf dem Großvenediger sind die Osttiroler Bergretter im emotionalen Ausnahmezustand. Franz Franzeskon (52), der Leiter der Alpinpolizei, wurde tödlich verletzt, nachdem der Pilot des Rettungshubschraubers das Transportseil ausgeklinkt hatte und drei Bergretter aus mehreren Metern in die Tiefe stürzten. Der Zustand der beiden anderen Verletzten ist stabil.

Ein 43-jähriger Kraftfahrer, er ist seit 2004 bei der Bergrettung Prägraten, konnte mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen werden. "Dem Mann geht es körperlich besser, er hat Prellungen am ganzen Körper und mehrere Rippen gebrochen", sagt Oberarzt Alfred Fast. "In dieser Situation ist es sicher besser, wenn er zu Hause bei seiner Familie ist." Mit den Kollegen konnte der 43-Jährige nur kurz über die dramatischen Momente sprechen. "Der Schock sitzt noch immer tief. Zum Sachverhalt dürfen wir keine Angaben mehr machen", sagt Peter Ladstätter, Leiter der Osttiroler Bergrettung. Die Staatsanwaltschaft hat ja, wie berichtet, gegen den Hubschrauberpiloten Ermittlungen "wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen" eingeleitet. Der Mann konnte noch nicht im Detail befragt werden. Einen technischen Defekt bei dem Hubschrauber "Martin 4" schließen die Ermittler mittlerweile aus.

Der zweite Verletzte, ein 40-Jähriger, der seit über 10 Jahren Mitglied der Bergrettung ist, befindet sich im Klinikum Klagenfurt. Er hat mehrere Knochenbrüche erlitten und liegt im künstlichen Tiefschlaf. "Das größte Problem sind seine schweren Brustkorbverletzungen, sein Zustand ist aber stabil", heißt es von den behandelnden Ärzten.

Der slowakische Alpinist (35), den die Bergretter aus einer Gletscherspalte befreien wollten, konnte am Montag nur noch tot geborgen werden.

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