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Zuletzt aktualisiert: 18.01.2013 um 22:00 UhrKommentare

Drei Bergretter bei Lawinenabgang getötet

Tragödie im Lesachtal: Ein Ehepaar und ein Tourengeher starben bei Lawinenabgang am Mittagskofel. Alle drei waren erfahrene Bergretter.

Foto © Guggenberger

Tief verschneit liegt das Lesachtal in Trauer. Drei Menschen sind der trügerischen Einladung der Berghänge gefolgt und gestorben. Eine riesige Neuschneelawine am Mittagskofel (2250) bei Obergail hat sie begraben. Manfred Steiner (56) und das Ehepaar Konrad (51) und Helene (41) Hofmann konnten nur noch tot geborgen werden. "Ich bin geschockt und tief betroffen", fand Otmar Striednig, Landesobmann der Österreichischen Bergrettung in Kärnten, kaum Worte zur Tragödie.

"Alle drei waren vorbildliche und erfahrene Bergretter. Manfred Steiner war unser überaus umsichtiger Ortsstellenleiter des Lesachtales, mit Konrad und Helene Hofmann habe ich noch vor einer Woche eine gemeinsame Skitour auf den Hochgassen gemacht. Helene war eine unserer ersten weiblichen Bergretter in Kärnten."

Konrad Hofmann, gebürtiger Außervillgratener, begann seine Bergretterlaufbahn in Sillian. Er war Flugretter der ersten Stunde, als das Innenministerium 1986 den Rettungshubschrauber "Martin 6" in Lienz stationierte. Später wechselte er zum Öamtc auf den C 7.

Am Vormittag waren die drei trotz Lawinenwarnstufe IV zur Skitour aufgebrochen. Als sie zu Mittag nicht heimkamen, schlugen die Eltern der Frau Alarm. Da man das Ziel der Tourengeher nicht wusste, suchten Bergretter die Seitentäler ab. Als man in Obergail beim Mühlenwirt das verlassene Auto fand, startete der Polizeihubschrauber "Libelle" mit zwei Hundeführern am Seil Richtung Mittagskofel.

Im Kessel war eine gewaltige Lawine mit 300 Meter breitem Abriss und 200 Meter Länge abgegangen. Bald konnten die Flugretter Albin Oberluggauer und Manfred Guggenberger mit den Suchhunden die Opfer orten und bergen, doch rasch war es traurige Gewissheit, dass alle drei tot waren. Per Hubschrauber wurden sie ins Tal geflogen und in der Kirche von Obergail aufgebahrt.

Dass sich die drei alpinerfahrenen Lesachtaler bei den großen Schneemengen in Gefahr begeben hatten, wollte Striednig nicht voreilig beurteilen, ehe der Hergang genau geklärt ist. Am Samstag wird eine Kommission aus Alpinpolizisten und Lawinenexperten den Unfallhergang untersuchen.

Kein Fremdverschulden

Die Erhebungen durch eine Kommission der AEG Hermagor, Zivilbergführern, dem Landesleiter der Kärntner Bergrettung und des Ausbildungsleiters Alpin der LPD ergaben, dass kein Fremdverschulden festgestellt werden konnte. Die Tourengeher hatten das Schneebrett offensichtlich selbst ausgelöst.

Hier passierte das Unglück


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