Zuletzt aktualisiert: 23.06.2012 um 20:49 UhrKommentare

Geier-Ladys genießen Freiheit

Fünfte Bartgeierfreilassung im Zuge eines Wiederansiedlungsprojektes im Fleißtal bei Heiligenblut. "Inge" und "Glocknerlady" stammen aus Andalusien.

Diese Mädels haben die Männer im Griff! Ein Augenzwinkern und sie werden auf Händen getragen - über rauschende Bäche, Steine, einen saftig grünen Berghang. Ihr Ziel: ein Horst in einer steilen Felswand im Großen Fleißtal bei Heiligenblut im Nationalpark Hohe Tauern. Hier ist die neue Heimat der Bartgeierdamen "Glocknerlady" und "Inge", die am Samstag von Michael Knollseisen und Markus Lackner in Kisten voller Leckereien - sofern man rohes Fleisch am Knochen eben mag - emporgetragen und freigelassen wurden. "Sie sind im März in einer Zuchtstation in Andalusien geschlüpft", sagt Knollseisen, in dessen Obhut die Bartgeier seit Freitag sind. Er wird in nächster Zeit die engste Bezugsperson der gefiederten Damen sein, sie mit Nahrung (Rehfleisch, Schafshaxen) versorgen und sie beobachten: "In einem Monat werden sie erste Flugversuche wagen."

Wegen des Irrglaubens, er würde Lämmer, sogar kleine Kinder holen, wurde der Bartgeier, der eine Flügelspannweite von knapp drei Metern erreicht, vor 100 Jahren bei uns ausgerottet. Seit 20 Jahren wird an der Wiederansiedlung der imposanten Aasfresser gearbeitet. Die Bartgeierfreilassung am Samstag war die fünfte im Nationalpark Hohe Tauern Kärnten. "Heuer hatten wir die erste erfolgreiche Nachzucht im Gebiet Maltatal-Katschberg", freut sich Knollseisen.

Identifizierbar sind die Vögel durch Beringung, der "Inge" und "Glocknerlady" am Dorfplatz vor vielen Zusehern unterzogen wurden und Bleichung gewisser Federn. Auch anhand Blutproben kann festgestellt werden, welcher Vogel sich wo aufgehalten hat. Der 2011 ausgewilderte "Jakob" etwa besuchte die Niederlande, Frankreich, die Schweiz - nachvollziehbar durch einen Beckengurt mit Satellitensender. Einen solchen bekommen auch die Heiligenbluter Mädels.

  • Druckbare Version anzeigen
  • E-Mail

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

» Kommentar erstellen

Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (z. B. Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Was wir in diesem Forum nicht dulden: Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, Verhetzung, Diskriminierung in jedweder Form, Rassismus, Aufrufe zu Gewalt oder gar Selbstjustiz. Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer im Wiederholungsfall gesperrt. Zudem behalten wir uns die stundenweise oder völlige Schließung von Foren vor. Wir weisen Sie darauf hin, dass wir auch keine Links zu anderen Websites akzeptieren.
Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (z. B. Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name und Adresse) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.

Die Oberkärntner Redaktion

Wer steckt hinter der Regionalausgabe? Klicken Sie hier für Namen und Kontaktdaten der einzelnen Redakteure.



Nachrichten aus Ihrer Region

  • Um zu den Berichten aus Ihrer Region zu gelangen, klicken Sie bitte in die Karte.