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Zuletzt aktualisiert: 15.05.2012 um 21:24 UhrKommentare

Bartgeier: Erstes Baby in Kärnten

Erstmals seit 130 Jahren ist in Kärnten ein Bartgeier in freier Wildbahn geschlüpft. Jungvogel sitzt in entlegenem Horst.

Foto © Knollseisen

Hubertus 2" und "Ambo" haben keine Ahnung, dass sie in die ornithologische Geschichte eingehen werden - und es wäre ihnen, ehrlich gesagt, völlig wurscht. Das Bartgeier-Pärchen ist derzeit rund um die Uhr damit beschäftigt, sein Junges, das sich am 20. März in einem entlegenen Horst in den östlichen Hohen Tauern aus dem Ei gepeckt hat, zu versorgen. Fast ständig ist ein Elternteil bei Kärntens erstem, in freier Wildbahn geschlüpftem Bartgeier-Baby seit 130 Jahren, das erst Ende Juli seine ersten Flugstunden nehmen wird. 2010 und 2011 starteten der gebürtige Kalser "Hubertus 2" und die Gasteinerin "Ambo" die ersten Brutversuche, allerdings ohne Erfolg. Jetzt ist ein gesunder Jungvogel da, der am Dienstag bei der offiziellen Präsentation seiner Existenz durch Nationalparkreferent Uwe Scheuch, Nationalparkdirektor Peter Rupitsch, Bartgeierbetreuer Michael Knollseisen und Landesjägermeister Ferdinand Gorton für Hymnen ohne Ende sorgte.

Bartgeier waren im Nationalpark Hohe Tauern ausgestorben, als sich Kärnten im Jahr 2000 an einem alpenweiten Wiederansiedlungsprojekt beteiligte und die ersten, in Zoos gezüchteten Vögel in die Freiheit entließ. Inzwischen hat sich das Projekt bewährt. Insgesamt 179 Bartgeier wurden in den Alpen freigelassen, 53 davon im Nationalpark Hohe Tauern. Und der Bestand hat sich so gefestigt, dass man im Fleißtal am 23. Juni die vorerst letzte Freilassung auf der Kärntner Nationalpark-Seite plant. 2013 ist dann noch einmal Tirol dran, 2014 schließlich Salzburg. Dann sollten sich die Bartgeier etabliert haben.

Federn sammeln

Als Ei gelegt wurde der Kärntner Jungvogel am 27. Jänner. Da "Hubertus 2" und "Ambo" besendet sind, können die Forscher sowohl dieses Datum als auch den Zeitpunkt des Schlüpfens genau nachvollziehen. Das Kleine wird jedoch aufwachsen und leben, ohne jemals mit Menschenhand in Berührung zu kommen. Lediglich zur Zeit der ersten Ausflüge will Knollseisen den entlegenen Horst erklimmen, um dort ein paar Federn des Jungen einzusammeln. Diese werden einer genetischen Analyse unterzogen. Erst dann wird man wissen, ob es sich beim Sensations-Baby um ein Männchen oder ein Weibchen handelt.

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Bartgeier beobachten

  • Wanderung. Im Nationalpark Hohe Tauern kann man von 4. Juli bis 29. August an jedem Mittwoch an geführten Wanderungen teilnehmen, um die Bartgeier aus nächster Nähe zu beobachten. Anmeldungen unter bios@ktn.gv.at oder telefonisch unter 04784/ 701.

    Name gesucht. Für das erste Kärntner Bartgeier-Baby wird ein Name gesucht. Vorschläge an bartgeier@gmx.at schicken.

Knollseisen

Fakten

  • Bartgeier zählen zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt und erreichen eine Flügelspannweite von bis zu 2,85 Metern. Sie ernähren sich von Fallwild, vor allem von Knochen.

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